Primalloy – Flexibles Filament von Verbatim im Test

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Mit Primalloy hat Verbatim ein flexibles Filament auf Basis von Polyester geschaffen. Für unseren Test haben wir eine Spule des Materials erhalten und konnten dieses auf Herz und Nieren prüfen. Das Filament ließ sich im Test erstaunlich gut verarbeiten und die gedruckten Teile hielten starken Beanspruchungen stand. 

Bei Primalloy handelt es sich um ein flexibles Filament, das ein hochperformantes thermoplastisches Elastomer (TPE) auf Polyesterbasis als Grundlage hat. Das Material wurde von Mitsubishi Chemical entwickelt und wird in Japan gefertigt. Kaufen kann man Primalloy mit 1.75 oder 2.85 mm Durchmesser, eine Spule mit 500 Gramm kostet zwischen 50 und 60€ je nach Händler und Filamentdurchmesser. Außerdem soll das Filament Hitze-, Öl- und Abrieb-beständig sowie gute mechanische Belastbarkeit besitzen.

Für den Test haben wir wieder den Anet A6 verwendet, welchen wir bereits separat getestet haben. Auf der Herstellerwebsite wird eine Drucktemperatur von 210 bis 235 Grad empfohlen, für alle unsere Tests hat 215 Grad perfekt funktioniert, dieser Wert kann natürlich je nach Hotend und Druckgeschwindigkeit variieren. Normalerweise schaltet man bei flexiblen Filamenten den Filamentrückzug (Retract) ab, bei Primalloy war dies nicht notwendig und während der gesamten Tests hat sich das Material nicht ein einziges Mal verklemmt. Was hingegen nicht funktioniert hat war, der beim Anet mitgelieferte, Filamenthalter. Da das Material extrem dehnbar ist dehnt es sich erst bevor es abgewickelt wird, dadurch würde es zu Abweichungen im Filamentdruchmesser und zu ungleichmäßigen Druckergebnissen kommen. Es ist aber kein Problem mehrere Meter des Materials vorher abzuwickeln und neben dem Drucker liegen zu lassen, diesen Vorgang muss man natürlich regelmäßig wiederholen.

Auf Glas haftet das flexible Filament nur mäßig, für größere oder länger Ausdrucke sollte man entweder „Blue Painters Tape“ oder eine Druckbettbeschichtung verwenden. Was für unseren Test auch funktioniert hat war Haarspray auf einer Glasplatte, wer diese Methode anwenden will sollte vor dem Aufsprühen des Sprays den Drucker vom Strom trennen und dann darauf achten, Führungen oder andere Bauteile des 3D Druckers nicht zu besprühen, da diese sonst ebenfalls verkleben. Im Test hat sich eine konstante Druckbetttemperatur von 50 Grad ebenfalls bewährt, nach dem Drucken und einer kurzen Abkühlungsphase konnten alle Objekte problemlos abgelöst werden.

Mit Warping gab es keinerlei Probleme, vielmehr ließ sich das Material absolut problemlos verarbeiten. Auch neigt das Material kaum zur Bildung von Fäden (Stringing), wie man schön an den Bildern des bekannten Benchy Bootes erkennen kann. Auch flexible Vasen mit nur einer Außenschicht lassen sich absolut problemlos drucken und können anschließend nach Herzenslust verbogen werden, ohne dass das Objekt auseinander bricht.

Fazit

Mit Primalloy hat Verbatim ein flexibles Filament auf den Markt gebracht das sich absolut einfach und ohne Probleme auch auf herkömmlichen 3D Drucken verarbeiten lässt. Lediglich an die Druckbettoberfläche werden etwas höhere Anforderungen gestellt. Gedruckte Objekte werden je nach Infill extrem weich bis gerade noch verbiegbar; gebrochen oder gerissen ist kein einziges der gedruckten Objekte im Test. Wer also weiche Objekte oder besonders biegsame Bauteile (eventuell Dichtungen oder ähnliches) 3D drucken möchte macht mit Primalloy bestimmt nichts falsch – wir können das Material aufgrund der einfachen Handhabbarkeit nur empfehlen.

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