Home Forschung & Bildung MIT Forscher entwickeln Foundry Software für Multi-Material 3D-Druck

MIT Forscher entwickeln Foundry Software für Multi-Material 3D-Druck

Ein Team von Wissenschaftlern am Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory (CSAIL) des Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat die 3D-Software Foundry entwickelt, mit der sich Objekte aus mehreren Materialien für den 3D-Druck designen lassen.

Mit dem Programm, das als eine Art Photoshop für 3D Materialien ist, können auch Anwender ohne fundierte Vorkenntnisse im Bereich 3D-Design innerhalb von Minuten Multi-Material-Objekte für den 3D-Druck erstellen.

“In der traditionellen Fertigung werden Objekte aus mehreren Materialien über separate Prozesse hergestellt und und danach zusammengebaut,” erklärt PhD Student Kiril Vidimče, der auch Autor der Publikation ist. “Sogar bestehende Multi-Material-3D-Drucker zeigen einen ähnlichen Ablauf: Teile werden in traditionellen CAD Programmen separat designed und die Durckersoftware ermöglicht es dem Anwender dann jedem einzelnen Teil Materialien zuzuordnen.”

Mit der von den Forschern entwickelten Anwendung lassen sich Objekte aus Verbundmaterialien herstellen die je nach Bedarf optimierte mechanische, thermische und leitende Eigenschaften aufweisen. Dabei wird das Objekt zuerst mittels CAD Software wie beispielsweise SolidWorks designed und dann in Foundry importiert. Dort kann dann die Materialzusammensetzung mittel so genannter “Operator Graphen”, die jede der rund 100 detailliert abgestimmten “Operatoren” beinhalten können, bestimmt werden. Diese Operatoren können Materialien unterteilen, umdefinieren und zuweisen. Bei der Unterteilung können sowohl harte als auch weiche, verlaufende Übergänge geschaffen werden. Während sich verschiedenen Materialien mischen und kombinieren lassen, können einzelnen Abschnitten auch bestimmte Eigenschaften zugewiesen werden.

Designing for 3-D Printing

Die Forscher konnten damit Testobjekte wie einen Ping-Pong Schläger, Skier mit reflektierender Oberfläche, ein Rad, einen Helm und sogar einen Knochen, der zukünftig für Planung bei chirurgischen Eingriffen eingesetzt werden könnte, herstellen.

Foundry wurde auch mit einer Gruppe getestet, die keine Vorkenntnisse im Bereich 3D-Design hatten. Nach einer einstündigen Einschulung in das Programm konnten die Testteilnehmer vorgegebene Objekte durchschnittlich in unter einer Stunde erstellen.

Die Publikation wurde vergangene Woche bei dem Association for Computing Machinery’s User Interface Software and Technology Symposium (UIST) in Tokio präsentiert.

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