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Sperre für 3D-Drucker, die Waffen drucken?

In der Vergangenheit gab es mehrere Projekte, die es sich zum Ziel gesetzt haben Pistolen und Gewehre mit 3D-Drucker herzustellen. Natürlich folgten durch diese Entwicklung auch Debatten um 3D-gedruckte Waffen und deren Gefahren. Ein Vorabdruck einer wissenschaftlichen Arbeit könnte die Diskussion zu dem Thema wieder anfeuern.

2013 sorgte Cody Wilson und seine Non-Profit Organisation „Defense Distributed“ mit der 3D gedruckten Waffe „The Liberator“ für Schlagzeilen. Es war die erste Waffe dieser Art, welche der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wurde. In den Folgejahren wurden Weiterentwicklungen der Waffe vorgestellt und auch andere Entwickler präsentierten ähnliche Modelle.

Die 3D-gedruckten Waffen lösten eine Debatte aus und sorgten auch in einigen Staaten für neue Gesetze, welche die Produktion regulieren sollte. So wurde 2016 in Kalifornien ein Gesetz erarbeitet, welches 3D-gedruckte Waffen mit anderen Waffen gleichstellt. So müssen für Pistolen aus dem 3D-Drucker offizielle Seriennummern beantragt werden.

Sperre für 3D-Drucker

Wissenschaftler von der Syracuse University und University at Buffalo haben nun einen neuen Vorschlag für die Problematik veröffentlicht. In einer wissenschaftlichen Arbeit, die vorab bei arXiv vorgestellt wurde, präsentiert das Team ein System mit dem Namen „C3PO“, welches verhindern soll, dass Waffen mit dem 3D-Drucker hergestellt werden können.

Die Wissenschaftler wollen einen Filter erstellen, der Druckaufträge für definierte Objekte verbietet. Hierfür soll eine Datenbank mit hunderttausende Bildern angelegt werden, die für den 3D-Drucker aufbereitet werden.

Wie das in der Realität umgesetzt werden könnte, ist jedoch noch nicht bekannt. Denn selbst wenn man diese Datenbank aufbauen kann und eine technische Möglichkeit schafft um dies in 3D-Drucker zu implementieren, hat das System Lücken.

Viele 3D-Drucker für den Heimgebrauch basieren auf Open-Source-Technologie und haben offene Schnittstellen. Das System mit den eingebauten Sperren könnte somit leicht umgangen werden. Wie Beispiele aus anderen Produktkategorien zeigen, tritt dieses Problem auch bei geschlossenen, proprietären Druckern auf.

So setzt Apple bei seinen iPhones auf eine abgeschlossene Plattform. In der Theorie ist es nicht möglich Software zu installieren, welche nicht von Apple freigegeben wurde. In der Praxis zeigte sich jedoch, dass Apples Betriebssystem immer wieder mit sogenannten Jailbreaks geknackt und die Sicherheitsbarrieren umgangen werden.

Waffendebatte in den USA

In den Vereinigten Staaten von Amerika gibt es zur Zeit eine breite Debatte über Waffengesetze. Nach dem Schulmassaker von Parkland bei dem der 19-jährige Nikolas Cruz an seiner ehemaligen Schule 14 Schüler und drei Erwachsene tötete, werden die Rufe nach strengeren Regeln bei dem Verkauf von Waffen laut.

Im Rahmen dieser Diskussion könnte auch das C3PO-System für 3D-Drucker Aufmerksamkeit erregen.

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