IN(3D)USTRY: Neuheiten aus dem Bereich Fahrzeugbau

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Auf der IN(3D)USTRY in Barcelona gab es am Nachmittag des ersten Tages vier Vorträge zum Thema Fahrzeugbau. Gehalten wurden diese von Seat, Renault, Fiat Chrysler und Local Motors.

 

Begonnen hat die Vortragsserie Seat mit einigen Fakten zum Unternehmen Seat:

  • etwa 14.000 Mitarbeiter
  • 408.000 verkaufte Fahrzeuge (2016)
  • 652.6 Millionen Euro Investitionen (2016)
  • Rekordverkäufe in mehreren Ländern, darunter auch Österreich

Von 2007 bis 2017 haben sich die Entwicklungszeiten für Fahrzeuge um einige Wochen verkürzt. Seat konnte jedoch feststellen, dass Kunden mittlerweile öfter neue Fahrzeuge kaufen wie früher und dass großes Interesse an der schnellen Entwicklung neuer Designs besteht. Parallel dazu ist auch die Qualität entscheidend, hier wurde vor allem das Spaltmaß angesprochen.

Bei der Entwicklung des neuen Seat Arona kam daher 3D-Druck im großen Stil zum Einsatz. Für Prototypen wurden unter anderem Kühlergrill, Spiegel, Türgriffe, Dachträger und Teile des Interieurs additiv hergestellt. Manche Bauteile wurden auch aus Metallen 3D-gedruckt. Teilweise wurde auch eine Hälfte des Fahrzeuges konventionell hergestellt, die andere Hälfte aber 3D-gedruckt um Kosten zu sparen.

Für die Produktion des Seat Arona werden ebenso 3D-gedruckte Bauteile eingesetzt, etwa ein Prüfwerkzeug. Mit diesem kann kontrolliert werden, ob die richtige Größe für das Bremslicht freigehalten wurde.

Abschließend wurde noch ein Wettbewerb präsentiert, den Seat aktuell veranstaltet: BREAKING FAB. Dabei soll eines oder mehrere von 16 aktuellen Problemen im Fahrzeugbau gelöst werden. Eines dieser Probleme beschäftigt sich auch mit additiven Herstellungsverfahren.

Auf Seat folgte dann Renault. Der französische Autobauer setzt teilweise SLA 3D-Druck und teilweise SLS 3D-Druck ein. Das große Problem dabei ist aber, dass Bauteile meist noch poliert und lackiert werden müssen; dies ist für manche Kleinserien oder Einzelteile zwar machbar, für große Stückzahlen ist der Kostenaufwand aber viel zu groß. Aktuell werden Bauteile für Konzeptfahrzeuge 3D-gedruckt, wie zum Beispiel der RS 2027, der Alpine Prototyp oder Eolab. Für den Renault Competition wurden einige 3D-gedruckte Bauteile in die tatsächlichen Fahrzeuge verbaut.

Ein anderes Anwendungsgebiet hat Renault auch in der Herstellung gefunden. Für die Herstellung von Bremsscheiben kamen bisher relativ große und schwere Halterungen zum Einsatz. Dieses Bauteil wurde nach und nach optimiert und getestet, durch 3D-Druck waren ganzen Formen möglich. So konnte das Gewicht deutlich reduziert werden, die Funktion blieb aber die selbe. Insgesamt wurde dann die Effizienz der Herstellung der Bremsscheiben deutlich verbessert.

Der dritte Vortrag wurde von Fiat Chrysler gehalten. Bereits 2015 hatte Fiat Chrysler veröffentlicht, das für den Alfa Giulia ein 3D-gedrucktes Kühlergitter für Prototypen zum Einsatz gekommen ist. Neben einigen Beispielen hat auch Fiat Chrysler von den Nachteilen des 3D-Drucks gesprochen. So ist 3D-Druck bei kleinen Serien sehr kosteneffizient, wenn aber große Stückzahlen produziert werden sollen, dann sind die Materialien zu teuer und die Druckgeschwindigkeit zu langsam.

Der letzte Vortrag wurde von Local Motors gehalten. Es wurden die Entwicklungen rund um die 3D-gedruckten Fahrzeuge von Local Motors erläutert. Über die meisten davon haben wir schon ausführlich berichtet:

Abschließend gab es noch eine Diskussionsrunde bei denen Fragen von Vertretern aller Unternehmen beantwortet wurden.