Kind bekommt weltweit erstes 3D-gedrucktes Unterkiefer-Implantat

293

Ärzte des Second Hospitals der in China ansässigen Shanding Universität rekonstruieren mit dem Einsatz von 3D-Technolgien das Unterkiefer eines 10-jährigen Jungen, welcher durch einen mittlerweile entfernten Tumor eine Gesichtsverformung erlitt. Dieses Unterkiefer-Implantat stellt das weltweit erste Gesichtsimplantat für ein Kind dar.

Die Anzahl der medizinischen Durchbrüche, welche alleine im letzten Jahr in Kombination mit 3D-Technologien erfolgten, sind kaum zählbar. Ob es sich nun um ein 3D-gedrucktes Handelenks-Gerüst, welches neues Ligament- & Knochengewebe wachsen lässt, um neue Oralchirurgie-Techniken oder medizinische CAD-Programme handelt, 3D-Drucktechnologien sind aus der Medizin nicht mehr wegzudenken.

Auch in der chinesischen Stadt Jinan erfolgte Anfang des Jahres ein solcher Durchbruch. Hierbei handelt es sich um ein 3D-gedrucktes Unterkiefer-Implantat für einen 10-jährigen Jungen. Dieser litt an einem Ameloblastom, ein Tumor, welcher meist um die Zähne von Betroffenen wächst und schwer zu behandeln ist, da bei der Operation des Öfteren Komplikationen auftreten.

Auch bei dem betroffenen Jungen führte die Operation des Tumors zu einer Unterkieferfraktur, welche eine Gesichtsverformung verursachte. Da der Junge mit seinen zehn Lebensjahren noch zu jung für eine Gesichtsrekonstruktion war, nutzten die behandelnden Ärzte 3D-Technologien, um eine genaue sowie personalisierte 3D-gedruckte Replik seines Unterkiefers zu erstellen. Diese Rekonstruktion stellt das weltweit erste 3D-gedruckte Gesichtsimplantat für ein Kind dar.

Nachdem die Ärzte sich für 3D-Druck als Herstellungsmethode für dias Unterkiefer-Implantat entschieden, nutzten diese eine Titanlegierung als Material, um diese Replik in die Realität umzusetzen. Der 3D-Druck selbst nahm knapp drei Stunden in Anspruch. Da das replizierte Kiefer auf einem digitalen Modell des echten Kiefers basierte, war es keine schwere Aufgabe dieses zu implantieren.

Zwar wurde dieser chirurgische Eingriff schon im Jänner diesen Jahres durchgeführt, jedoch wollte das Krankenhaus erst den Heilungsprozess des Jungen abwarten, um die frohe Botschaft zu verkünden. In einer kürzlich erschienen Pressemitteilung erklärt das Krankenhaus, dass der gesamte Prozess gut verlaufen ist und sich das 3D-gedruckte Titanimplantat angepasst hat.