Review: Pinkes PLA von Prusa Research

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PLA Filament wird ganz klassisch mit den Prusa 3D-Druckern ausgeliefert. Wir haben bei unserem Prusa i3 MK2S pinkes PLA erhalten. Im Review werden wir klären, ob das Filament so verarbeitet werden kann, wie es sein soll.

Das PLA das Prusa Research mit den 3D-Druckern ausliefert wird nicht von dem Unternehmen selbst hergestellt. Vielmehr kauft Prusa das Filament von einem Hersteller zu. Eingesetzt wird das Material von 403D Natureworks zur Herstellung des Filaments. Es ist nur in 1.75mm im Online-Shop von Prusa Research erhältlich.

Druckeinstellungen

Das PLA von Prusa soll mit einer Temperatur von ca 215 Grad gedruckt werden. Das Druckbett (sollte es vorhanden sein) sollte eine Temperatur von 50 bis 60 Grad einhalten. Das PLA von Prusa besitzt ähnliche Eigenschaften wie jedes andere PLA. PLA zählt zu den Materialien die am einfachsten zu drucken sind. Wichtig ist nur, dass ein Bauteilkühler eingesetzt wird. Abgesehen davon besitzen die meisten Slicer ein vordefiniertes Profil für PLA. Dieses Profil bietet meist eine solide Grundlage für weitere Versuche.

Druckqualität

Die Modelle die hier vorgestellt werden, wurden alle mit dem Pursa i3 MK2S gedruckt. Zur Qualität kann man eigentlich nicht viel sagen – sie ist simpel und einfach gut. Egal ob Überhänge, feine Details oder große Strukturen, das PLA schlägt sich in allen Bereichen sehr gut. Die maximale erreichbare Qualität hängt vor allem vom 3D-Drucker und den jeweiligen Einstellungen ab. So ist es durchaus möglich, sehr kleine Objekte zu drucken. Aber es ist auch möglich, mit extrem niedrigen Layerhöhen zu arbeiten. Für solche extremen Experimente kann die Drucktemperatur auch auf unter 200 Grad reduziert werden.

Nachbearbeitung

PLA lässt sich nur schwer Nachbearbeiten. Das liegt daran, dass PLA schon bei niedrigen Temperaturen zähflüssig wird. Dadurch kann ein Heißluftföhn nur schlecht eingesetzt werden. Aber auch der Einsatz von groben Feilen ist nur bedingt möglich. PLA kann gebohrt oder gefräst werden, aktive Kühlung mit einer Flüssigkeit ist jedoch dringend empfohlen. Schleifpapier kann auch eingesetzt werden, am besten jedoch in Form von Nassschleifen. Es gibt auch Chemikalien die das PLA anlösen, ähnlich wie es Aceton bei ABS tut. Im Gegensatz zu ABS wirkt jedoch Aceton nicht. Benötigt wird Ethylacetat, das leicht brennbar ist und gesundheitsgefährdend ist. Allgemein muss PLA aber bei richtigen Einstellungen nicht stark nachgearbeitet werden.

Fazit

Das PLA von Prusa Research lässt sich einfach verarbeiten. Im Slicer Prusa Edition müssen keine Einstellungen verändert werden, was für Anfänger optimal ist. Die Spule ist etwas breiter die meisten Filamentspulen, was am Prusa i3 egal ist. Bei anderen 3D-Druckern wie dem CR10 kann die breite Spule aber zum Problem werden. PLA ist mechanisch nicht so stabil wie andere Materialien. Dafür lässt es sich sehr einfach verarbeiten und riecht während dem Druckvorgang nicht unangenehm. Für 20.99€ erhält man bei Prusa Research 1KG PLA Filament in verschiedensten Farben. Damit ist das Filament etwas teurer als die günstigsten PLA Filamente am Markt. Dafür erhält man Filament mit guter Qualität und um Zweifelsfall sogar Support von Prusa.

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