Digitales 3D-Modell von einem der ältesten Schiffe der Welt mit 3D-Scanner erstellt

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3D-Scan-Technologie hat es einem Team aus Neuseeland ermöglicht ein digitales 3D-Modell der Edwin Fox, eines der ältesten Segelschiffe der Welt, zu erstellen. 

Die Edwin Fox ist das neuntälteste erhaltene Selglschiff und eines der letzten großen Schiffe aus Teakholz. Nachdem das 1853 in Auftrag gegebene Schiff 1986 geborgen und später restauriert wurde, steht es nun im Trockendock des Hafen von Picton, im Norden der Südinsel Neuseelands. Als ein Erdbeben die Fox vergangenes Jahr schwer beschädigte, wurden Bedenken um mögliche zukünftige Naturkatastrophen laut, die sie für immer zerstören könnten. Wie aber sorgt man für den Erhalt eines Schiffes reich an Geschichte, wenn Restaurierungsarbeiten die über Jahre aufgebaute Aura verschwinden lassen könnten? Dieser Aufgabe hat sich ein neuseeländisches Unternehmen namens 3D Scans gewidmet und die Edwin Fox in das 21. Jahrhundert geholt.

„Wir haben Fox aufgrund seiner Geschichte ausgewählt, aber auch aus technischer Sicht, da die Fertigstellung eines Scan ein sehr herausforderndes Projekt ist,“ erklärt Hennie van der Merwe von 3D Scans. „Wir wollten so viele Details wie möglich erhalten. Während wir mit 3D-Scans hohe Genauigkeit und Auslösung erzielen können, ist die Größe des Objekts allerdings problematisch. Speziell mit einem Objekt mit vielen Merkmalen wie die Fox – es ist nicht wie bei einem Gebäude dessen Wände strukturlos sind.“

Van der Merwe und sein Team sehen das Erstellen von hochauflösenden 3D-Modellen als ideale Technik um wichtige Artefakte in ihrer derzeitigen Erscheinung für zukünftige Generationen zu sichern. Neben Museen haben so auch beispielsweise Schulen Zugriff auf das Modell und können den Unterricht interessanter gestalten.

„Du weißt ja wie die Jugend von heute ist – wenn es nicht auf einem iPad ist, sind sie nicht interessiert,“ scherzt  van der Merwe.

Knapp 8000 Fotos wurden im Zuge der zweitätigen Scan-Arbeiten vergangenen Dezember aufgenommen. Einige der Stellen waren aufgrund von Sicherheitsverkehrungen leider unzugänglich. Zudem kämpfte das Team mit der Unmenge an Daten, da Details millimetergenau erfasst werden. Der Prozess war für alle Beteiligten auch eine große Lernkurve, wie Katarina Markovic erzählt. Derzeit ist das Äußere des Schiffs komplett, während das Innere wohl noch vieler Arbeitsstunden der Nachbearbeitung mittels Software bedarf. 3D Scan hofft das Projekt bis Jahresende abschließen zu können und ein virtuelles Modell zu erstellen, dass es Leuten ermöglicht quasi durch das Schiff zu gehen.

HMS Falmouth

Dies ist allerdings nicht das erste Projekt der Art. Die HMS Falmouth, die seit 1916 in rund 15 Metern Tiefe am Meeresgrund liegt, wurde vergangenes Jahr ebenfalls mittels 3D-Scantechnologie in ein originalgetreues 3D-Modell verwandelt.