Home Praxis & Maker Tipps und Tricks zur Nachbearbeitung bei Resin 3D-Druckern

Tipps und Tricks zur Nachbearbeitung bei Resin 3D-Druckern

Im Gegensatz zu FDM 3D-Druck erfordert das 3D-Drucken mit Resin eine aufwendige Nachbearbeitung. Nachdem das Vorgehen dafür nicht trivial ist, geben wir in diesem Artikel einige Tipps und Tricks, wie die Nachbearbeitung durchgeführt werden kann.

Grundsätzlich unterscheidet sich die Nachbearbeitung je nach Resin und einige Hersteller geben sogar an wie sie zu geschehen hat. In diesem Artikel geben wir eine Übersicht, wie wir die Nachbearbeitung durchführen. Außerdem führen wir an, auf welche Probleme wir gestoßen sind und wie wir sie gelöst haben.

Materialien und Geräte

Die Mindestausstattung

Herzstück der Nachbearbeitung ist der Ultraschallreiniger. Diese sorgt dafür, das Resin-Reste durch die Schallwellen einfacher abgelöst werden. Alternativ dazu kann man aber auch ein Waschsystem verwenden, wie es etwa Prusa bei dem CW1 macht (das Gerät kostet aber auch 699€). Bei dem Ultraschallreiniger sollte man darauf achten, dass er eine ausreichende Größe besitzt. Für Anwendungen abseits des 3D-Drucks kann auch ein beheizbarer Tank praktisch sein.

Zum persönlichen Schutz der Hände empfehlen wir Handschuhe (wir bevorzugen Nitril-Einweghandschuhe, die man aber durchaus mehrmals verwenden kann). Zum Schutz der Augen dient eine Schutzbrille. Wer auf Nummer Sicher gehen will benötigt zudem einen Filter für die Atmung.

Zur Nachbelichtung kann man auf Sonnenlicht setzen oder aber auf eine künstliche Lichtquelle. Hier bieten sich LED-Strahler für Daylight Resin an oder UV-Nagellichtstudios für UV-Resine.

Lacksieb (besser wäre ein Lacksieb mit noch feinerem Sieb)

An Verbrauchsmaterialien wird zusätzlich Isopropanol benötigt, oder eine alternative Flüssigkeit (zb Monocure Resin Away). Je nach Resin kann auch eine andere Flüssigkeit eingesetzt werden (mehr dazu später). Außerdem werden noch möglichst feine Siebe benötigt (Suchtipp: Lacksiebe). Zusätzlich hilft eine Rolle Küchenpapier auslaufende Flüssigkeiten schnell und einfach zu binden. Ein weiteres praktisches Hilfsmittel sind saubere Joghurtbecher und Gläser mit Deckel.

 

Die Nachbearbeitung (Post Processing)

Einmal benutztes Isopropanol

Im ersten Schritt der Nachbearbeitung steht immer die erste Reinigungsstufe. Wir geben dafür die Ausdrücke in ein Glas, das mit Isopropanol gefüllt ist und verschließen dieses. Im Anschluss daran kommt das Gefäß für 3-5 Minuten (je nach Modellgröße) in den Ultraschallreiniger. Dabei löst sich dann ein Großteil der Reste vom Modell ab und verunreinigt das Isopropanol.

Im zweiten Schritt geschieht exakt das selbe wie im ersten Schritt, nur mit frischem Isopropanol (oder einer anderen Alternative dazu). Die Dauer im Ultraschallbad beträgt auch diesmal wieder 3-5 Minuten je nach Modellgröße.

UV-Nagelstudio zur Nachbelichtung

Für den dritten Schritt muss das Modell erst vollständig abtrocknen (das ist essentiell). Ist das Modell trocken kann es nachbelichtet werden. Die Dauer der Nachbelichtung hängt vom Material des Modells ab und beträgt zwischen 5 um etwa 100 Minuten. Bei manchen Resinen muss die Nachbelichtung zudem unter Wasser statt finden. Das Datenblatt oder der Hersteller der Druckmaterialien geben dazu aber meist gute Hinweise (bei Photocentric Daylight muss es zb unter Wasser geschehen).

Nach dem letzten Schritt sollte sich das Modell hart und nicht mehr klebrig anfühlen. Fühlt sich das Modell noch weich oder nicht ausreichend hart an, muss es nochmals nachbelichtet werden.

Reduktion von Müll

Die Reste von dem hier beschrieben Verfahren zur Isopropanol-Reinigung

Isopropanol verschmutzt relativ schnell bei dem beschriebenen Vorgehen. So kann es sein, dass das Material schon nach wenigen Ausdrucken getauscht werden muss. Diese Vorgehen wäre aber relativ teuer. Mit folgendem Trick kann das Isopropanol aber wieder verwendet werden: Die Flüssigkeit wird exakt wie das Resin nachbelichtet (nur eventuell etwas länger). Im Anschluss daran wir das Isopropanol gefiltert (Lacksieb) und das Gefäß ausgewischt. Durch dieses vorgehen geht zwar auch jedes mal ein Teil des Isopropanols verloren, doch der Anteil ist deutlich kleiner, wie wenn man das gesamte Isopropanol immer wegwerfen müsste.

Allgemein kann der Anteil an Resin, der überhaupt abgelöst werden muss reduziert werden. Das ist ganz einfach möglich, indem man die Objekte zuvor gut abtropfen lässt.

Gesundheit und Entsorgung von Resten

Die Schutzmaßnahmen ,die wir bereits zuvor erwähnt haben, sollten auf jeden Fall eingehalten werden. Nur so kann für die eigenen Gesundheit garantiert werden. Wichtig für die Umwelt ist zudem die richtige Entsorgung von Reststoffen. Auf keinen Fall darf man Resin oder Isopropanol einfach in einen Abfluss schütten. Genauere Bestimmungen zur Entsorgung des Abfalls geben aber Hersteller und Heimatland / Gemeinde vor. Allgemein kann man Resinreste aber am Sonnenlicht aushärten und somit das Problem zumindest vereinfachen.

Ein Tipp noch für die Standortwahl zur Nachbearbeitung: Es sollte ein eher dunkler Raum sein. Außerdem wird vermutlich alles rund um den Ort der Nachbearbeitung mit der Zeit mit Resin voll und klebrig (und nicht gerade gesundheitsfördernd). Daher sollte alles gut abgedeckt werden und Verschmutzungen regelmäßig mit Isopropanol weg gewischt werden.

Fazit und weitere Tipps

Die Nachbearbeitung ist alles andere als eine einfache Angelegenheit. Je nach Resin muss man zudem teilweise verschiedenen Methoden anwenden. Die von uns gezeigte Methode funktioniert gut für Wanhao Resin oder Photocentric Daylight Resin. Während dem gesamten Vorgang sollte man jedoch sorgsam sein, das keine zusätzlichen Verschmutzungen hinzukommen. Staub oder Haare können die feinen Details des Resin 3D-Drucks schnell zu nichte machen. Wir wünschen viel erfolg beim Nachmachen!

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