Home 3D-Drucker Prusa XL: Prusa Research stellt neuen großen 3D-Drucker vor

Prusa XL: Prusa Research stellt neuen großen 3D-Drucker vor

Der tschechische 3D-Drucker--Hersteller Prusa überraschte erst vor wenigen Tagen mit dem Kauf des Unternehmens Trilab und nun gab es die nächste große Ankündigung. Prusa stellte mit Prusa XL einen Drucker mit großem Bauraum vor.

Der Original Prusa XL ist ein CoreXY 3D-Drucker mit einem 36×36×36 cm Bauvolumen, einem verbesserten Extruder, mit neuem Hotend sowie einem segmentierten Bett und einem Werkzeugwechsler. Wie das Unternehmen erklärt, wurde fast jeder Aspekt der Maschine von Grund auf neu entwickelt.

Neues segmentiertes Heizbett

Das neue Heizbett ist mit individuell gesteuerten 9×9 cm großen Segmenten konzipiert. Diese Entwicklung ist nicht nur energieeffizient (einzelne Pads können ein- und ausgeschalten werden), sondern reduziert dank der Dehnungsfugen zwischen den einzelnen Segmenten auch effektiv die Verformung. Zur Erklärung: Normale Heizbetten neigen dazu, sich zu verziehen, wenn die Temperatur steigt. Das Problem ist bei kleineren Flächen nicht sehr ausgeprägt und kann teilweise durch die Nivellierung des Netzbetts ausgeglichen werden.

Next-Gen-Extruder: Nextruder

Der XL ist mit Prusas neuen Next-Gen-Extruder, kurz „Nextruder“, ausgestattet. Das Team hat den Extruder in den letzten drei Jahren entwickelt.

Der Nextruder verwendet einen hochpräzisen Wägezellensensor, um eine stets perfekte erste Schicht zu liefern. Anstelle einer Wägezelle von der Stange hat Prusa ein eigenes System entwickelt. Sie ist in den massiven einteiligen Kühlkörper eingebettet und ermöglicht es, die physikalische Belastung des Kühlkörpers zu messen. Dadurch kann die Düse als Sensor verwendet werden, um die Druckoberfläche zu „sondieren“. Es werden analoge Messwerte verwendet, die präzise Informationen liefern, mit denen gearbeitet werden kann.

Das bedeutet, dass das Wägezellensystem genutzt werden kann, um eine unglaublich präzise Höhenberechnung für die erste Schicht durchzuführen. Es gibt keine Notwendigkeit, Live Z einzustellen, keine manuellen Kalibrierungen, oder irgendeine Art von komplizierten Nylock Mods, um eine perfekte erste Schicht zu erreichen.

Mit dem Kraftzellensensor kann jetzt auch einen Stau in der Düse erkennen und den Druck unterbrechen. Um die Druckqualität weiter zu verbessern, verfügt der Extruder jetzt über ein neues, intern entwickeltes spielfreies Zykloidgetriebe mit einem großen, schlupffreien Antriebsrad. Dieses System ersetzt die vorherige Lösung mit zwei kleinen Zahnrädern mit Rillen und ermöglicht eine größere Kontrolle darüber, wie das Filament in die Düse zugeführt wird.

Der Nextruder verfügt außerdem über ein brandneues Elektronik-Breakout-Board mit einer dedizierten CPU und einem Stepper-Treiber, so dass im Grunde alles im Extruder direkt mit diesem Board verbunden ist, das dann über eine Ein-Kabel-Schnittstelle mit einem leicht austauschbaren Anschluss am Rand des neuen Custom 32-Bit-Motherboards verbunden ist.

Die Düse, die in Zusammenarbeit mit E3D entwickelt wurde, ist in eine völlig neue Baugruppe eingebettet, mit der das gesamte Hotend (mit Ganzmetallteilen) leicht aus dem Extruder herausgezogen werden kann. Die Düse ist mit einem Metallrohr verbunden, das verschiedene Probleme verhindert, die durch unzureichend festgezogene Düsen entstehen können.

Werkzeugwechselfunktionen

Da es sich bei der XL um eine CoreXY-Maschine handelt, gibt es auch Werkzeugwechselfunktionen. Die Maschine kann mit bis zu fünf unabhängigen Werkzeugköpfen arbeiten. Prusa hat einen kinematischen Kupplungsmechanismus entwickelt, der keine Elektromagnete oder andere aktive Elemente benötigt, um zu funktionieren. Das System ist extrem präzise und verfügt über eine vollautomatische Kalibrierung der Werkzeugausrichtung, die sicherstellt, dass nach jedem Werkzeugwechsel alles perfekt ausgerichtet ist.

Das System basiert auch auf dem Kraftzellensensor – keine mühsamen Kalibrierungsdrucke mehr, alles ist automatisiert. Die Druckköpfe tippen einfach auf einen kleinen Kalibrierungsstift und konfigurieren die Offsets automatisch.

Außerdem gibt es Sensoren, die sicherstellen, dass der Werkzeugkopf erfolgreich ausgetauscht wurde. Da der Wechsler bis zu fünf Werkzeugköpfe unterstützt, bedeutet dies, dass man mühelos mit löslichen Trägern drucken, mit bis zu fünf Farben drucken, oder völlig unterschiedliche Materialien verwenden kann (weil jede Düse auf eine völlig andere Temperatur vorgeheizt werden kann).

First look at the Original Prusa XL

Auslieferung für Q2/Q3 2022 geplant

Obwohl Prusa viele Einzelteile des Druckers selbst produziert, ist das Unternehmen noch von mehreren Drittanbietern abhängig. Derzeit gibt es jedoch weltweit Mangel an diversen Komponenten und lange Lieferzeiten. Aufgrund dieser Situation hat Prusa beschlossen, dass die XL-Fertigung erst im Q2/Q3 2022 beginnt. Zu der gleichen Zeit sind auch die ersten Auslieferungen geplant. Im Online-Shop wird es drei Versionen des XL-Druckers geben: Einzelkopf, Doppelkopf und die vollständige Version mit fünf Köpfen. Das Modell mit einzelnem Werkzeugkopf (halb montiert) kostet 2099€ (inkl. MwSt.), eine vormontierte Version mit zwei Werkzeugköpfen kostet 2599€ (inkl. MwSt.) und der Drucker mit fünf Werkzeugköpfen (halbmontiert) wird für 3699€ (inkl. MwSt.) angeboten.

Der Preis für die vollständig montierte Version jeder Variante wird $500 mehr betragen. Vorbestellungen sind jetzt schon möglich.

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David ist Redakteur bei 3Druck.com.