Ultrafeine Partikel könnten 3D-Druck gesundheits-schädlich machen

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Wie ein aktuelles Forschungsergebnis zeigt, könnten beim Desktop 3D-Drucker abgegebene Partikel die Gesundheit gefährden.

Bereits 2012 wurde vermutet, dass der beim Fused Filament Fabrication abgegebene Geruch möglicherweise gesundheitsschädlich ist. Ein damals von Taulman durchgeführter Hydrogen Cyanide (HCN) und Carbon Monoxide (CO) Test bei ABS Filament wies dabei jedoch nur eine geringe Belastungen aus.

Nun liegt mit dem Bericht „Ultrafine Particle Emissions from Desktop 3D Printers“ ein weiteres Forschungsergebnis von Brent Stephens, Parham Azimia, Zeineb El Orcha und Tiffanie Ramosa vom „Department of Civil, Architectural and Environmental Engineering“ des Illinois Institute of Technology in Chicago und dem „National Institute of Applied Sciences“ in Lyon vor. Die Wissenschafter untersuchten dabei ultrafeine Partikel die beim Schmelzen von ABS und PLA an die Umluft abgesondert werden. Dabei bescheinigten sie dem 3D-Druck Verfahren mit bis zu 1010 abgesonderten ultrafeinen Partikel (UFP) pro Minute eine hohe Emission.

Wie der Geruch bereits vermuten lässt liegt die Absonderung bei ABS um bis zu dem zehnfachen über dem von PLA. Die genaue Gesundheitsgefährdung ist derzeit zwar nicht bekannt, eingeatmete Partikel haben jedoch das Potential die Atemwege und Lunge zu schädigen. Offene Gehäuse bei Desktop 3D-Drucker sind demnach kontraproduktiv. Laut dem Bericht sind die bei PLA abgesonderten Partikel mit den Absonderungen während dem Braten mit einer elektrischen Pfanne, die bei ABS mit dem Grillen von Essen auf einem Gas oder Elektroofen vergleichbar.

Der Bericht könnte zu einigen Änderungen an künftigen 3D-Drucker führen. Geschlossene Gehäuse, Ventilationssysteme und Filteranlagen könnten den Effekt reduzieren. Bis dahin sollte man beim Drucken jedenfalls für eine gute Belüftung sorgen.

via ScienceDirect

(c) Picture: ABS Wikipedia