Studentin entwickelt prothetischen „dritten Daumen“ mithilfe von 3D-Druck

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Eine Studentin des Londoner Royal College of Art (RCA), Dani Clode, entwickelte einen prothetischen Daumen „Third Thumb“ anhand von 3D-Technologien, welcher als dritter Daumen an einer Hand montiert werden kann. 

Meist werden Prothesen nur mit fehlenden Gliedmaßen assoziiert und dienen dem Ausgleich einer solchen Behinderung. Dani Clode will diese Wahrnehmung verändern. Sie möchte, dass Menschen einen positiveren Zugang zu dem Wort Prothese haben. Aus diesem Grund erschuf die Londoner Studentin den 3D-gedruckten „Third Thumb“.

Die Philosophie hinter diesem Projekt ist simpel: Prothesen sollen etwas „erweitern“ anstatt „etwas zu beheben“. Der 3D-gedruckte dritte Daumen ermöglicht es Trägern auf eine neue Art und Weise zu greifen und macht sogar komplexe Aufgaben wie Gitarre spielen möglich.

Der Ursprung des Wortes ‚Prothese‘ bedeutete, ‚hinzuzufügen, aufzusetzen‘, also nicht zu reparieren oder zu ersetzen, sondern zu erweitern“, erzählte Clode kürzlich Dezeen. „Der dritte Daumen ist von dieser Wort-Herkunft inspiriert, erforscht menschliche Augmentation und zielt darauf ab, Prothetik als Erweiterungen des Körpers zu sehen.“

Gesteuert wird der 3D-gedruckte „Third Thumb“ mit Drucksensoren, welche in Schuhe eingebettet sind. So kann der Träger seinen neu gewonnenen Daumen anhand seiner Füße steuern. Weiters wurde die Prothese aus Ninjaflex-Filament gefertigt, während zwei Motoren den Daumen in mehrere Richtungen bewegen und sich auf drei Scharniere biegen lassen. Gehalten wird der „Third Thumb“ von einer 3D-gedruckten Harz-Abdeckung.

Clode betont, dass ihr Fabrikat diversen Handgrößen angepasst werden kann. Weiters plant die Studentin verschiedene Versionen des Entwurfs zu gestalten. Der „Third Thumb“ wurde auf der RCA-Graduiertenausstellung vom 24. Juni bis 2. Juli auf dem Campus der Universität Kensington ausgestellt.

Zwar will Dani Clode einen positiveren Zugang zu Prothesen schaffen, jedoch soll die Entwicklung von Prothesen für Menschen mit Behinderungen eine Priorität bleiben.