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Erfahrungs-Bericht: German RepRap X400 3D-Drucker

Nun, seit einigen Wochen habe ich die Möglichkeit auf dem X400 zu drucken. Leider konnte ich ihn nicht selber montieren, aber ich habe den ganzen Aufbau eng begleitet und kenne den Drucker inzwischen sehr gut.

Ein erster Eindruck

Ich bin grundsätzlich begeistert vom X400. Die mechanische Konstruktion des Druckers ist solide und viele Details unglaublich gut gelöst. Persönlich war ich froh, dass ich aber nicht alle elektrischen Verbindungen selber crimpen musste, das hat dann doch einiges an Zeit gekostet.
Der Rahmen baut auf einem soliden Profil-System auf, das einfach und schnell zu montieren ist. Die Linearachsen werden zum Teil direkt darin gelagert, was zusätzliche Stabilität verspricht. Die Z-Achse läuft auf soliden Trapezspindeln und wird über einen Riemen von einem einzelnen NEMA17-Schrittmotor angetrieben.
An der X-Achse gibt es noch minimales Verbesserungspotential. Die Riemen streifen bei uns an den Bauteilen, die im übrigen im Sinterdruckverfahren hergestellt wurden. Temporär haben wir das nun so gelöst, dass wir an den Bauteilen PE-Klebeband angebracht haben um die Reibung zu verringern. Langfristig werden wir den Riemen noch besser spannen müssen und eventuell die Bauteile ausfräsen.
Zudem sind die Lagerungen der Riemen an der X- und der Y-Achse aus Maschinenbautechnischer Sicht noch verbesserungswürdig.
Der elektrische Aufbau basiert auf einer Adruino-Platine mit einer aufgesteckten RAMPS-Karte. Bewährte Platinen und Verdrahtung aus der RepRap-Community.

Nicht zu Unterschätzen

German RepRap X400 Erfahrungen 1Im Gegensatz zu meinem Mendelmax, den ich mit verschiedensten Anleitungen aus dem Internet zusammenbauen musste und viel Zeit in das Suchen der richtigen Anleitung investiert habe, kommt der X400 mit einer sauberen Aufbaudokumentaation. Die Dokumentation ist leicht verständlich und beschleunigt den Aufbau des X400 um einige Stunden, die man sonst mit recherchieren im Internet verbringen würde.

Die ersten Sorgen

Was uns mehr als einen Crash bei den Referenzfahrten bescherte, dass war der Endstop der Z-Achse. Die Lösung mit dem gebogenen Blech, dass auf einer Springfeder und einer Schraube gelagert ist, ist unglaublich instabil. Jedesmal, wenn ich die Z-Achse justiert und damit an der Schraube gedreht habe, hat sich auch die Feder gedreht. Da Springfedern die Gewohnheit haben, die Kraft eher einseitig aufzubringen, hat sich damit auch jedesmal die Richtung verändert, in die sich das Blech verschoben hat.
Fährt man dann 10mm herunter, aus dem Endstop heraus, und macht dann eine Referenzfahrt, kann es sein, dass das Blech neben dem Endstop vorbei fährt und der Extruder so mit der Opferplatte crasht.

Unsere Lösung

German RepRap X400 Erfahrungsbericht 3Nachdem uns das wahrscheinlich so 10-15 Mal passiert ist, haben wir uns entschieden eine eigene Lösung zu suchen. Erst haben wir das Blech in einem selber gedruckten Teil geführt. Aber als es auch damit nicht wirklich besser wurde, war klar, dass wir das Blech eliminieren wollten.
Wie in dem Bild zu sehen ist, haben wir in die Alu-Grundplatte in das bestehende Loch ein M5-Gewinde reingeschnitten. Da kommt dann eine M5-Schraube rein, die wir mit einer Mutter kontern und deren Spitze auf ca. 2,5mm runtergedreht ist, damit sie in den Endstop passt. Am Rahmen haben mit einem Profilverbinder in der Z-Achse ein ca. 100mm langes Profil befestigt. An dem wir wiederum mit zwei Nutensteinen ein Blech montiert haben, auf dem der Endstop ist.
Zudem haben wir an der Opferplatte die Befestigungsschrauben umgedreht und die gerändelten Muttern durch Stoppmuttern ersetzt. Nun konnten wir die Keramikplatte präzise auf den Extruder ausrichten.
Diese Veränderungen brachten es mit sich, dass wir überhaupt keine Justage mehr von unseren Drucken brauchen. Wenn das Bett perfekt, in allen vier Ecken, auf den Extruder ausgerichtet ist und der Z-Achsen-Endstop justiert ist, kann man mit dem Drucker auch in der Z-Achse eine Referenzfahrt ausführen, ohne dass man noch einen Gedanken daran verschwenden muss und es stimmt immer perfekt.

Die Achillesferse

Überhaupt nicht zufrieden bin ich mit dem DD-Extruder. Er ist eine unglaubliche Diva und definitiv nicht leicht zu handeln. Ich habe beispielsweise versucht die Druckgeschwindigkeit vom Standard-Slicer-Profil um 50% zu erhöhen, was ja auch Sinn macht, bei einer Bettabmessung von 400x380mm, aber ich hatte keine Chance. Der Extruder macht das, im Gegensatz zum Wade-Extruder auf meinem Mendelmax, nicht mit!
Aber wie ich an der Make Munich erfahren habe, ist man sich dessen bewusst und arbeitet bereits an einer Lösung.

Das Killerargument

German RepRap X400 Review 4

Was ich absolut genial finde an diesem Drucker ist die Keramik-Opferplatte! Ich wünsche mir, dass es möglich ist, diese Platte in der Abmessung 200x200mm zu beziehen um eine solche auf meinem Mendelmax zu plazieren.
Mit dieser Keramikplatte ist es Möglich, ABS und PLA direkt auf die Platte zu drucken! Das mühsame und zeitaufwendige aufkleben von Kepton-Band entfällt komplett! Eine unglaublich geniale Innovation!

Fazit vom Protos X400

Alles in allem kann ich den Protos X400 von germanreprap.com nur empfehlen! Es ist eine geniale Maschine mit gut gelösten Details. Die Keramikplatte ist der der absolute Burner!!! Und die paar Kinderkrankheiten die es noch gibt, kann man selber lösen oder sind bei germanreprap.com bereits auf der Pendenzenliste gelandet!

Danke, kann ich da eigentlich nur sagen!

 

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Ben absolvierte eine Lehre (was in der Schweiz normal ist) als Mechaniker und anschliessend als technischer Kaufmann. Danach arbeitete er ein paar Jahre als Datenbank-Programmierer. Anschliessend absolvierte er ein Studium als Maschinenbautechniker. Heute entwickelt er Sondermaschinen für ein Sondermaschinenbau Unternehmen in der Schweiz. Letztes Jahr gründete er das FabLab Winterthur in der Schweiz. Seine Hobbies sind seine Freundin, neue Dinge zu erfinden, neue Gadgets zu testen, das FabLab Winti, 3d-Drucken, geocachen, Unihockey spielen, ab und zu fotografieren (www.belichtet.ch) und Mountain Biken.