MakerBot Replicator 2 Desktop 3D-Drucker (Update)

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MakerBot schickt ein neues Flagship ins Rennen. Der neue MakerBot Replicator 2 verfügt dabei nicht nur über eine(n) höhere Druckgeschwindigkeit, bessere Auflösung, größeren Bauraum, PLA Unterstützung, neuer Software und hübschen Metallrahmen, sondern auch über einem höheren Preis und dem Gerücht Open Source den Rücken zu kehren.
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Zuallererst das Gerät selbst. Obwohl der MakerBot Replicator (1) erst Anfang des Jahres bei der CES mit verbesserten Eigenschaften das Licht der Welt erblickte, liefert MakerBot mit dem Replicator 2 wieder eine deutlich verbesserte Version des prominenten 3D-Druckers aus. Tatsächlich kann man bei dieser vierten Generation, von einer wirklich „neuen Generation“ bei MakerBot sprechen.

Die technischen Verbesserungen im Detail:

  • 100-Micron Layer Auflösung: Während der originale Replicator noch mit 270-Micron auskommen musste, wurde die Auflösung bei der 2.Version beinahe verdreifacht. 100-Micron entspricht in etwa die „Auflösung“ von einem Stapel Druckerpapier und kann vielen industriellen Geräten das Wasser reichen.
  • 37% größerer Bauraum: Mit dem neuen  28,5 x 15,3 x 15,5 cm großen Bauraum erhöht MakerBot das Volumen um 37%.
  • Polylactic Acid (PLA): Der neue MakerBot Replicator wurde für den Einsatz für „MakerBot PLA“ optimiert. Das „Bioplastik“ Material verfügt über eine bessere Haftbarkeit an der Plattform, besseren Geruch und schrumpft weniger als ABS.
  • schwarzer Metallrahmen mit PVC Abdeckungen: Auch die optische Erscheinung hat sich geändert. Zwar bleibt das Gehäuse vom Aufbau ähnlich, verfügt nun aber über einen stabileren Metallrahmen der eine höhere Druckgeschwindigkeit ermöglichen soll und über PVC Abdeck-Teile.
  • Acryl Druckplattform: Die herausnehmbare Acryl Plattform soll ein Verrutschen verhindern und ein leichteres Entnehmen ermöglichen.
  • Derzeit nur Single Head: In der ersten Welle steht das Gerät derzeit nur mit einem Single Head Druckkopf zur Verfügung. Eine Dual-Head Version ist für Anfang 2013 angekündigt.
Sonstige Technische Details:
  • Position Genauigkeit 11 Microns (X,Y),  2.5 Microns (Z)
  • Filament Durchmesser: 1.75 mm
  • Nozzle Durchmesser: 0.4 mm
  • Gewicht: 11.5 kg
http://www.youtube.com/watch?v=3o6pcbhylmQ

Preise:

  • Der Replicator 2 wird vollständig aufgebaut ausgeliefert, kommt dabei mit dem selben Fussabdruck (32 x 46,7 x 38,1 cm) wie sein Vorgänger aus und wird weiterhin händisch in der USA erzeugt.
  • Die derzeitige Single-Head Version wird dabei um $2.199 ohne MakerCare Service Plan angeboten und in 4-6 Wochen ausgeliefert.
  • Die Dual Head Version im nächsten Jahr soll ab $2.799 zur Verfügung stehen.

Neue Software MakerWare & Miracle Grue

Damit sind die Änderungen aber noch nicht am Ende. Der neue Replicator 2 kommt auch mit einer neuen, von MakerBot selbst geschriebenen Software namens MakerWare. Die Software ersetzt die Open Source Software Replicator-G und soll flüssiger und intuitiver sein. Objekte sollen besser angeordnet werden können und das Dateiformat .OBJ unterstützt werden. Als Slicer Software wird nun Miracle Grue eingesetzt.

MakerWare-Software

MakerBot Store

Außerdem wurde in eigener MakerBot Store in 298 Mulberry St. in Manhattan (New York) eröffnet. Darin kann man nicht nur die Geräte bewundern, sondern auch gleich inklusive Filament kaufen.

Adafruit visit's @Bre Pettis @MakerBot store in NYC

MakerCare Service Plan

Neu ist auch ein nun angebotenes Garantiepaket von MakerBot. Mit MakerCare soll ein Premium Service darstellen und den Replicator 2 mit 1 jährigen Serviceleistungen erweitern. Das Paket muss gleich bei der Anschaffung eines neuen Drucker gekauft werden und beinhaltet online Support tools, Zugriff auf MakerBot Techniker, MakerCare Repair Kits und 50% Abdeckung der Versandkosten von Ersatzteilen.

MakerBot Replicator eine Reaktion auf den TangiBot?

Nachdem vor kurzem auf  auf Kickstarter ein provokantes Projekt mit dem Namen TangiBot gestartet wurde, indem eine 1:1 Kopie des unter Open Source Lizenz veröffentlichten Replicators angeboten wurde, wartet die Community auf eine Reaktion von MakerBot. Teile des TangiBot hätten in China produziert werden sollen und der 3D Drucker verfügte so über einen deutlich günstigeren Preis. Zwar war die Aktion wegen der Open Source Lizenz nicht illegal und die angestrebten $500.000 wurden ebenfalls nicht erreicht, die Aktion war dennoch ein Frontalangriff auf MakerBot. In wie weit die Entwicklung des Replicator 2 damit zusammenhängt ist fraglich. In der Community wird eher eine Abkehr von der Open Source Politik befürchtet.

Wachsende Konkurrenz

Dennoch hat das relativ schnelle Update des Replicators, sicherlich auch etwas mit dem immer stärker umkämpften Endanwender Markt zu tun. Schon kurz nach der Veröffentlichung des ersten Generation des Replicators, dessen Hauptunterschied der größere Bauraum war, tauchten auch eine Vielzahl von anderen 3D-Drucker Projekten mit ebenfalls größeren Bauraum am Markt auf. Auch das Engagement vom industriellen Anbieter 3D Systems mit dem auf Konsumenten ausgerichteten Cube, hat den Druck auf MakerBot erhöht. Aber auch MakerBot drängt nun mit dem Replicator 2 ein Stück weiter Richtung professionelle Anwender.

Neue Marketingstrategie: Kopiert MakerBot Apple?

Ein weiteres interessante Detail am Rande ist die etwas veränderte Kommunikation von MakerBot. Betrachtet man der erste Video oben, so werden Ähnlichkeiten in der Kommunikation mit Apple deutlich. Während der Auftritt früher eher für die lässige Maker-Community zugeschnitten war, werden nun Produktdetails mit prozentuellen Angaben ausgelobt und Beschreibungen wie „really exciting“, „we set the industrial standard“, „best ever“ eingeführt. Auch die live-Übertrageung der Keynote, das Angebot einer Garantieerweiterung (MakerCare Service Plan) und die Eröffnung eines MakerBot Stores weist Ähnlichkeiten mit dem Unternehmen aus Cupertino auf. Neu ist auch die Webseite von MakerBot die in einem deutlich puristischem Design erstrahlt. Hoffentlich orientiert sich MakerBot nicht zu stark an Apple, wenn es um die Einstellung zu offenen Systemen geht. Auch MAC OS X, das ursprünglich auf der Open Source Software Unix aufbaut, ist nun ein geschlossenes System.

Möglicherweise ändert MakerBot aber auch nur seine Unternehmensstrategie um aus der Rolle des verspielten Unternehmens auszubrechen und industrielle Kunden anzuziehen.

Das Ende von Open Source bei MakerBot?

Die Ankündigung des MakerBot Replicator 2,  lässt eine weitere Befürchtung der Maker Community aufwallen. Je professioneller die Firma wird, desto wahrscheinlicher ist eine Abkehr von der Open Source Philosophie. Die neue Software könnte ein erster Schritt in diese Richtung sein. Einerseits können Angriffe wie der von TangiBot tatsächlich die Unternehmung gefährden, andererseits müsste MakerBot mit enormen Image Problemen in der Maker Szene rechnen. Make bietet zu dem Thema einen ausführlichen Bericht. Ebenfalls interessant ist das Statement von Josef Prusa, Erfinder des RepRap Prusa und den Eintrag von Zachary Smith, Co-Founder von MakerBot.

Update: MakerBot CEO Bre Pettis, hat soeben dazu ein Statement auf dem Unternehemensblog veröffentlicht:

„There is some misinformation that I’d like to clear up (…)
Is the MakerBot Replicator 2 Open Source?

We’re working that out and we are going to be as open as we possibly can while building a sustainable business. We are going to continue to respect licenses and continue to contribute to the open technology of 3D printing, some of which we initiated. We don’t want to abuse the goodwill and support of our community. We love what we do, we love sharing, and we love what our community creates. I believe strongly that businesses that share will be the winners of tomorrow and I don’t think that’s a secret. Even companies like Google and IBM are embracing open source and finding new ways to share these days.

I’m looking forward to having conversations with folks at the Open Hardware Summit to talk about how MakerBot can share as much as possible, support it’s 150 employees with jobs, make awesome hardware, and be sustainable. Will we have to experiment to make this happen? Yes, and it’s going to take a lot of collaboration, cooperation, and understanding. (…)

This isn’t the first change we’ve made to become more of a professional business, and it won’t be our last.

Ob dieses Statement die Gerüchte eindämpft ist fraglich. Im Prinzip werden die Vermutungen dadurch eher bestätigt.

Update 01.10.2012

Auch bei der Maker Faire in New York nimmt Bre Pettis Stellungnahme zu den Vorwüfen unnd in einem Interview beim Open Hardware Summit:

Open Hardware Summit and MakerBot

Erste Produkttests:

Tour of the MakerBot Replicator 2

 

Update 05.10.2012 – MakerBot Replicator 2 – Out of the Box und Tutorials Videos:

Unboxing

The MakerBot Replicator 2 – Unboxing

Startup Process

The MakerBot Replicator 2 – Startup Process

MakerBot MakerWare

The MakerBot Replicator 2 – MakerBot MakerWare

Maintenance Routine

MakerBot Support | Replicator 2 – Maintenance Routine

 

Update 09.10.2012 – MakerBot Replicator 2 – Handbuch:

MakerBot hat soeben ein Handbuch für den Replicator 2 veröffentlicht.

(c) Pictures & Link: MakerBot

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