Home Forschung & Bildung IHK Würzburg und SKZ schaffen einen neuen Abschluss in der Additiven Fertigung

IHK Würzburg und SKZ schaffen einen neuen Abschluss in der Additiven Fertigung

Die Möglichkeiten und Anwendungsgebiete der additiven Fertigung haben sich in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt. Inzwischen sind 3D-gedruckte Teile in vielen Anwendungsgebieten im Einsatz. Die industrielle Realität benötigt dementsprechend ausgebildete Fachkräfte. Die IHK Würzburg-Schweinfurt und das SKZ bieten der Berufswelt mit dem Kurs „Geprüfter Industrietechniker Additive Fertigung“ einen im deutschen Qualifizierungsrahmen gesetzlich anerkannten Abschluss an. Bernhard Hennrich, Gruppenleiter Bildung Spritzgießen und additive Fertigung am SKZ, gibt im Interview einen Einblick in den Kurs.

Bernhard, warum gibt es den Techniker im 3D Druck oder besser der Additiven Fertigung erst jetzt?

Bernhard Hennrich: Eigentlich ist der Techniker nicht ganz neu wir haben ihn kurz vor der Corona-Pandemie in einer ersten Version bereits angeboten. Das war nur ein schlechter Zeitpunkt für Weiterbildungsangebote. Generell kann man sagen, dass sich gerade in den letzten ein bis zwei Jahrzehnten einfach sehr viel getan hat und die Einsatzgebiete vom Hobby- und Bastlerbereich in die industrielle Nutzung gewandert sind. Mittlerweile ist es einfach auch notwendig eine gewisse Professionalität und Bildungsstandards zu schaffen, um dem Anspruch der Industrie an Fachkräfte bei dieser Technologie gerecht zu werden.

Die Ausbildung wird in Zusammenarbeit mit der IHK angeboten. Welche Vorteile bringt das?

Bernhard Hennrich: Erstens ist die Zusammenarbeit zwischen der IHK in Würzburg und dem SKZ im Bereich der Industriemeisterausbildung für Kunststoff und Kautschuktechnik bereits seit über 50 Jahre etabliert und funktioniert einfach sehr gut. Da lag die IHK als Partner einfach nahe, um einen formellen und anerkannten Bildungsabschluss für die Industrie zu schaffen. Durch das in den letzten zwölf Jahren aufgebaute theoretische und vor allem praktische Wissen aus zahlreichen Forschungs- und Industrieprojekten, greifen wir am SKZ auf einen unglaublich großen Erfahrungsschatz im Bereich der Additiven Fertigung zurück. Somit stehen zwei starke Partner aus IHK und SKZ in den Startlöchern, um eine fundierte Technikerausbildung der Industrie anzubieten.

Besteht nicht die Gefahr das die technische Entwicklung die Bildungsinhalte überholt?

Bernhard Hennrich: Die Befürchtung habe ich nicht. Zwar wird es sicher Weiterentwicklungen geben, die haben wir beim Spritzgießen oder anderen Technologien schließlich auch aber die Grundlagen und das Rüstzeug für Techniker sind klar. Durch unsere industrienahen Forschungsaktivitäten sind wir zudem nahe dran, sowohl was Neuentwicklungen als auch industrielle Standards angeht und halten alle Inhalte ohnehin regelmäßig up-to-date.

Ab wann startet der erste Kurs und wo können sich interessierte anmelden?
Bernhard Hennrich: Die Anmeldung ist wie auch bei den Industriemeistern direkt bei der IHK möglich, es ist schließlich ein offizieller Abschluss der Handelskammer. Die Technikerausbildung gibt es in den zwei Varianten Voll- und Teilzeit. Wir planen aktuell bereits 2024 die ersten fertig ausgebildeten Techniker Additive Fertigung zu verabschieden. Wer sich bereits vorab über Inhalte und Rahmenbedingungen informieren will, der findet Infos online bei SKZ oder IHK und ist natürlich herzlich willkommen uns auf der Formnext in Frankfurt zu besuchen. Halle 11.1, Stand E48.

Weitere Informationen unter https://www.skz.de/bildung/kurse/industrietechniker-additive-fertigung-ihk

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