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Formwerk3D druckt eine Replik einer 500 Jahre alten Augustinus Skulptur

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Anfang des Jahres wurde Formwerk3D vom Augustinerkloster Erfurt beauftragt eine Replik des „Augustinus“ Schluss-Steins anzufertigen. Da der Originale Stein über eine längere Zeit an andere Sammlungen ausgeliehen wurde, soll die Replik als Stellvertreter in der Dauerausstellung dienen.

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Das 1277 errichtete Kloster erlangte überregionale Bedeutung durch die von Heinrich von Friemar gegründete Schule. Diese wurde im 16. Jh. um eine eigene Klosterbibliothek erweitert in der auch Martin Luther kurz vor seiner Priesterweihe studierte. Die reich verzierten Gewölbe, der 1945 zerstörten Bibliothek, wurden unter anderem von mit Heiligen verzierten Schlusssteinen getragen. Einer der aus dem Brandschutt geborgenen Steine trug das Antlitz des Kirchenvaters Augustinus und wird heute im Museum des Klosters als seltenes Einzelstück ausgestellt.

Als Grundlage des 3D Drucks dient ein direkt in der Ausstellung aufgezeichneter Scan des Originals. Einzig die Schutzglasplatte musste kurzzeitig entfernt werden. Im Gegensatz zu Abgüssen besteht während des Scans keinerlei Gefahr für die  Oberfläche des Objektes und die 500 Jahre alten noch erhaltenen Farbreste. Nach nur 30 Minuten war die Datenerfassung abgeschlossen und die nächste Besuchergruppe konnte den Saal wieder betreten.

 

Die anschließende Aufarbeitung der Daten, sowie der Ausdruck erfolgte in Hannover. Dabei wurden kleinere Löcher in der Oberfläche geschlossen und die Farben der Textur angepasst. Mit einer Höhe von 30 cm hätte ein kompletter Ausdruck in Originalgröße extreme Materialmengen erfordert. Auch lag der Fokus des Augustinerklosters auf der reinen Schauseite des Steines.

 

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Diese etwa 5 cm hohe Platte wurde in Einzelstücke unterteilt, da der Bauraum des Projet660 zu klein für den kompletten Druck gewesen wäre. Während des Zerlegens wurde darauf geachtet an möglichst unauffälligen Stellen Schnitte anzulegen. Daher wurde die Höhe des Objektes stark reduziert und nur die reich verzierte Oberseite des Steines für einen Ausdruck aufbereitet.

 

Nach dem erfolgreichen Druck wurden die vier Einzelstücke von losem Material gereinigt und zur Festigung mit Epoxidharz versiegelt. Das Zusammensetzen, des etwa 3 kg schweren Replikats erfolgte durch vorsichtiges verkleben der Teile und zusätzlichen Metallstiften, die in die Kontaktflächen gebohrt wurden um die Stabilität zu erhöhen.

Die zusammengesetzte Replik wurde direkt aus Hannover von Formwerk3D nach Erfurt gesendet und ist nun Teil der dortigen Dauerausstellung.

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