Schublade fürs Smartphone – rioprinto schreibt Designwettbewerb für VR Headset aus

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VR-Headsets ließen sich auch als Lesehilfen für sehbehinderte Menschen einsetzen, doch noch fehlt ein geeignetes Design. Ein 3D-Druck-Wettbewerb will das jetzt ändern.

Bisher sind stark sehhinderte Menschen auf ein stationäres Lesegerät angewiesen, sie können also nicht in ihrem Lieblingssessel lesen. Vorversuche beim Blinden- und Sehbehindertenverband Württemberg (BSVW) haben gezeigt, dass der Einsatz eines VR-Headsets möglich ist. Probleme bereiten aber das Finden und Speichern der optimalen Einstellung. Sie betrifft den Abstand der Linsen zum Auge und zum Display und den Abstand der Linsen zueinander, abhängig von der Pupillendistanz.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung will Menschen mit Behinderung mit Hilfe von photonischen Technologien den Alltag erleichtern und stellt deshalb für insgesamt zehn Projekte rund eine Million Euro bereit. Das Projekt „VRread“ für ein individuell angepasstes VR-Gestell wird vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart koordiniert, Partner sind der BSVW und das Start-Up-Unternehmen rioprinto in Wernau am Neckar.

Bis 7. Mai können Designentwürfe für das Aufnahmegestell eingereicht werden, die Preisgelder summieren sich auf 3000 Euro. Das Gestell soll per 3D-Druck ausgedruckt und zusammengesetzt werden. Fraunhofer entwickelt dazu die Smartphone-App, mit der der Nutzer im digitalen Dokument navigiert, durch Bewegungen des Kopfes.

Einzelne Designer, Ingenieure und 3D Makers sind beim Wettbewerb ebenso zugelassen wie ganze Vereine, die Anmeldungen laufen. Mitte Mai tagt die Jury, sie besteht aus den drei Projektpartnern.

Für das Design stehen wahlweise drei Linsen von Zeiss, Shogee oder Edmund Optics zur Verfügung. Das Gestell soll sich so fixieren lassen, dass die Justierung erhalten bleibt, es soll ohne Linsen höchstens 350 Gramm wiegen. Es soll sich am Gesicht polstern lassen, das Smartphone sollte gut darin sitzen und die Randtasten am Smartphone sollten zugänglich bleiben.

* Mehr Infos unter www.rioprinto.com/wettbewerb.