Home Medizin Wiederherstellung einer Augenhöhle im Rahmen von Nepal Hilfsprojekten

Wiederherstellung einer Augenhöhle im Rahmen von Nepal Hilfsprojekten

Im Rahmen von Hilfsprojekten für Erdbebenopfer in Nepal, gelang es dem Oral- und Kieferchirurgen Shakir Mustafa, mithilfe von 3D-Druck,  die  Augenhöhle (Orbita)  einer jungen Frau wiederherzustellen. Unterstützt wurde er dabei von  Renishaw plc, dem Maxillofacial Prothetik Labor im Krankenhaus Morriston und der PDR  im Cardiff Metropolitan Hospital.

Nach dem verheerenden  Erdbeben im April 2015 in Nepal, das viele Tote hinterlassen hat, waren nicht nur Häuser, sondern auch Schulen und chirurgische Versorgungssysteme komplett zerstört. Die 3D-Druck Community versucht mit allen Mitteln zu helfen – Zum Beispiel wurden bereits 3D-gedruckte, medizinische  Instrumente für  die Erdbebenopfer in Nepal erstellt. Vor kurzem hat jetzt die britische Vereinigung  für Mund- Kiefer- und Gesichtschirurgie (BAOMS), zusammen mit der Norman Rowe International Education Foundation (NRIEF), Hilfs- und Bildungsmissionen in Nepal durchgeführt, um lokale Chirurgen zu unterstützen und zu  trainieren.

Shakir Mustafa, Oral- und Kieferchirurg und NRIEF Mitglied, sagte: “Unser Ziel ist es, die Grundlagen für ein künftiges Trainingsprogramm zu legen, indem wir die örtliche Fakultät dazu ermutigen, die Ausbildung  künftiger Generationen nepalesischer Chirurgen zu übernehmen.”

Mustafa behandelte auch mehrere Patienten während der Missionen. Er lernte die  28-jährigen Mutter Shashi Kala Rai kennen, die bei einem Verkehrsunfall verletzt worden war. Sie litt an einem Orbitalwandbruch  und einem medialen Wandbruch in  Augennähe. Die junge Frau hatte bereits eine korrigierende Knochentransplantation in Indien durchgemacht, aber ihr linkes Auge war niedriger, versunken, und wegen der Narben geschrumpft. Rai’s  Auge musste neu ausgerichtet und unterstützt werden.

Renishaw AM250 3D-Printer

Shakir Mustafa wusste, dass er Rai helfen konnte, kehrte nach Großbritannien zurück und begann dort, die Operation zu planen. Er stieß auf viel Unterstützung. Das führende Engineering und wissenschaftliche Technologie-Unternehmen Renishaw plc half das Implantat zu kreieren, spendete  Geld und  führte den  Metall-3D-Druck durch. Renishaws Additiv-Fertigungsstätte in Miskin bei Cardiff, schuf das bewährte Titan-Ti-MG1-Implantat auf seinen  AM250-Druckern.    Für die Gestaltung wurde CAD am Maxillofacial Prothetik Labor im Krankenhaus Morriston in Wales  verwendet. Auch  ein zweites Implantat als Backup wurde dort hergestellt. Schließlich 3D-druckte noch die  PDR  im Cardiff Metropolitan Hospital ein anatomisches Modell mit SLA-Harz, für die Sterilisation.

Mustafa nutzte den  flexiblen 3D-Drucktechnologie-Prozess, um einige  Änderungen an der klinischen Gestaltung  vorzunehmen.  Zum Beispiel  machte er die Entlüftungslöcher größer für bessere Entwässerung  und reduzierte  die Verlängerung an der Rückseite  um den Sehnerv zu vermeiden. Nun war es an der Zeit für die außerordentlich  riskante  Operation. Aufgrund der Position des optischen Nervs haben alle  orbitalen Implantationsverfahren das Potenzial, doppelte  Sicht oder sogar Blindheit zu verursachen. Zusätzliche  Risiken bestanden, da Rais Narben von der ersten Rekonstruktion noch anwesend waren.  Trotz aller Bedenken führte Mustafa  die Operation durch – mit großem Erfolg!  Rai’s linkes Auge wurde erstklassig in die richtige Position gebracht und sie besitzt jetzt eine normale Sehschärfe und gute Bewegung sowohl im Auge als auch im Augenlid.

Mustafa sagte: “Ich bin immer bereit, die Operation an die örtlichen Gegebenheiten anzupassen, aber ich werde meine Standards niemals kompromittieren und ich immer für Perfektion planen. Das beinhaltet das Implantat, das perfekt passt. “

Shakir Mustafa [Image: The BMJ Opinion]
Die Operation, die Mustafa durch den Einsatz der 3D-Drucktechnologie durchgeführt hat, sowie die  BAOMS Projekte  haben  in Nepal ein starkes Trainings-Erbe hinterlassen, das erfolgreich dazu beiträgt, die Lebensqualität der Erdbebenopfer nachhaltig  zu verbessern.

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