Nach Gerichtsspruch: Baupläne für 3D-Druckwaffe nun auf Amazon erhältlich

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Nachdem in einigen US-Bundesstaaten die Veröffentlichung der 3D-Druckpläne für “The Liberator”, eine 3D-Druck-Waffe, welche echte Kugeln abfeuern kann, mittels einer einstweiligen Verfügung verboten wurde, sind die Codes für die 3D-Druckpläne nun in Buch-Form auf der Online-Plattform Amazon erhältlich.

Schon seit dem Jahr 2012 ist “The Liberator”-Erfinder Cody Wilson stetig in den Medien präsent. Vor allem über das letzte Jahr hinweg erlangte der Waffen-Entwickler Bekanntheit. Ob diese nun gut oder schlecht ist, muss jeder selbst entscheiden. Denn diese Bekanntheit entspringt vorwiegend einem Rechtsstreit, welcher sich nun über Jahre hinweg zog.

Erst am Anfang des letzten Monats erließ das in Seattle ansässige US-Bundesgericht nun eine einstweilige Verfügung gegen die legale Verbreitung der Waffen-Baupläne. Die Zukunft dieser Pläne wird derzeit von einem Richter um US-Bundesstaat Washington beraten.

Doch noch während es auf dem Spiel steht, ob die erneute Veröffentlichung von Cody Wilsons Waffen-Plänen zulässig ist, tauchten eben diese Dateien nun in Form eines Buches auf dem Online-Marktplatz Amazon auf.

Bereits seit 1. August diesen Jahres ist das Buch mit dem Titel “The Liberator Code Book: An Exercise in the Freedom of Speech” für nur 20 US-Dollar auf Amazon erhältlich.

„Du kannst auf Amazon gehen,” kommentiert Wilson gegenüber dem US-Magazin Forbes. „Der Liberator-Code ist in zwei verschiedenen Formaten in einem Buch enthalten.“

Dies wird möglich, indem Wilson die einstweilige Verfügung diverser Bundesstaaten einfach umging. Denn diese Verfügungen untersagten lediglich die Veröffentlichung der Pläne auf Wilsons eigener Webseite. Auf dieser tut der Waffen-Erfinder kund, dass er den Erlös aus dem Verkauf des Buches nutzen wird, um „für die freie Meinungsäußerung und das Recht zu kämpfen, Waffen zu behalten und zu tragen.”

Als Autor des Buches ist C J Awelow bekannt. Informationen zu dem Autor sind, mit Ausnahme einer Stellungnahme seiner Absichten zu dem auf Amazon veröffentlichten Buch, bisher kaum vorhanden.

„Der Zweck dieser Übung besteht darin, eine physische Analogie zwischen Computercode und Büchern zu geben. Code ist Sprache. Dies ist eine gedruckte Kopie von Step-Dateien für den Liberator und nicht viel mehr. Erwartet keine packende Erzählung; das wird in den Nachrichten und Gerichten ausgetragen,” so kommentiert Awelow.

Reaktionen auf die Amazon-Veröffentlichung:

„Es spielt keine Rolle, auf welche Seite man bei Waffen trifft. Die Tatsache, dass dieses Buch existiert, zwingt Sie dazu, darüber nachzudenken, wie weit wir mit Waffengewalt gehen wollen, wenn es in die Unterdrückung der freien Meinungsäußerung gerät,” so äußert sich ein “verifizierter Käufer” zu dem Buch auf Amazon.

Ein weiterer Kommentar lautet:

„Sie können den Code nicht verbieten, ohne das Buch zu verbieten.“

Um nur zwei der insgesamt sieben “verifizierten” Käufer-Rezesionen zu nennen.

Bisher wurde noch kein Statement seitens Amazon zu der Veröffentlichung abgegeben, besucht man jedoch den Link zu dem Buch auf der Plattform, so erscheint schlicht eine Fehlermeldung.

Diese Entwicklung kommentiert Wilson einige Tage später auf der Plattform Reddit mit dem Titel „Amazon dropped the ban hammer this morning, took down my Liberator code book for containing „illegal“ content“.

Es bleibt abzuwarten, wie sich dieses Buch auf die Zukunft von Wilsons Erfindung auswirken wird.

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