Home Industrie LMD-Technologie zur Herstellung von Stahl- & Titankomponenten für Australische Airforce

LMD-Technologie zur Herstellung von Stahl- & Titankomponenten für Australische Airforce

Im Rahmen eines zweijährigen Projekts setzt ein Forscher-Team der in Australien ansässigen RMIT-Universität „Laser Metal Deposition“-Technologie ein, um Stahl- sowie auch Titankomponenten für Flugzeuge der australischen Verteidigungsstreitkräfte herzustellen oder zu reparieren.

In Zusammenarbeit mit dem Innovative Manufacturing Cooperative Research Center (IMCRC) und der RUAG Australia Group, einem Luft- & Raumfahrtunternehmen, wird dieses zweijährige Projekt von Professor Milan Brandt geleitetet. Im Rahmen dieses Projekts nutzt ein Forscherteam „Laser Metal Deposition“-Technologie, um Stahl- und Titankomponenten für Flugzeuge der Verteidigungsstreitkräfte herzustellen oder Reparaturen daran durchzuführen.

Grundsätzlich arbeitet die LMD-Technologie mit einem Laserstrahl, in welchem Metallpulver eingespeist wird. Dieser Metallpulver-Laserstrahl wird in weiterer Folge über eine Oberfläche getragen, um so neues Material in präziser Form hinzuzufügen oder eine neue Form zu erstellen. Somit ist diese Technologie ideal für die Reparatur oder Herstellung von Flugzeugkomponenten.

„Es ist im Grunde ein sehr technischer Schweißprozess, bei dem wir Metallteile Schicht für Schicht herstellen oder umbauen“, erklärt Brandt.

© 2018 RMIT University

Neben Brandt ist auch Neil Matthews, Leiter der Abteilung Forschung und Technologie bei RUAG Australia, von dem Einsatz der Laser Metal Deposition-Technologie überzeugt. Nach eigener Aussage ist Matthews der Ansicht, diese Technologie könnte das Lager- und Transportkonzept für die Rüstungsindustrie durch die Möglichkeit, vor Ort produzieren und reparieren zu können, erheblich verändern.

„Anstatt darauf zu warten, dass Ersatzteile aus einem Lager kommen, ist jetzt eine effektive Lösung vor Ort“, sagt Matthews. „Für die Streitkräfte bedeutet dies weniger Ausfallzeiten für Reparaturen und eine dramatische Steigerung der Verfügbarkeit und Einsatzbereitschaft von Flugzeugen.“

Zu den Flugzeugen, welche bereits mit der LDM-Technologie repariert oder gar gebaut werden, zählen unter anderem die Air Force F / A-18 Hornet, die F / A-18F / G Super Hornet, Growler Flotten sowie die neue fünfte Generation der F-35-Flotte.

Die RMIT Universität ist der Ansicht, dass der Einsatz dieser Technologie und der damit verbundenen lokalen Herstellung von Bauteilen Kosteneinsparungen in den Bereichen Wartung, Ersatzteilbeschaffung, Altmetallmanagement, Lagerhaltung und Versandkosten bedeuten könnten. Darüber hinaus ist David Chutter, CEO und Geschäftsführer des IMCRC, der Meinung diese Technologie könne neben der Luftfahrt noch in vielen weiteren Industrien eingesetzt werden.

„Der Nutzen des Projekts für die australische Industrie ist beträchtlich. Obwohl sich das aktuelle Projekt auf Militärflugzeuge konzentriert, ist es möglicherweise auf zivile Flugzeuge, Marine, Eisenbahn, Bergbau, Öl- und Gasindustrie übertragbar“, sagt Chuter. „In der Tat könnte dies potenziell in jeder Branche angewendet werden, in der Metallabbau oder die Wiederaufarbeitung von Teilen ein Problem darstellt.“

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