Home Forschung & Bildung Studentin erhält den OZY Genius Award für 3D-gedruckte, verstellbare Prothesenfassung

Studentin erhält den OZY Genius Award für 3D-gedruckte, verstellbare Prothesenfassung

Eine Studentin des Wheaton Collage in Illinois erhielt den OZY Genius Award für eine 3D—gedruckte, verstellbare Prothesenfassung. Diese beugt Schmerzen vor, welche bei herkömmlichen Prothesen in vielen Fällen auftreten.

Der diesjährige OZY Genius Award wurde der 24-jährigen Studentin des Wheaton Collage , Claudine Humure, für ihre 3D-gedruckte, verstellbare Prothesenfassung verliehen. Das Ziel der von OZY Media finanzierten Auszeichnung ist es, die zukünftigen Einsteins und Zuckerbergs zu finden und zu unterstützen. Die Top 10 Collage-Studenten mit herausragenden Innovationen erhalten einen Preis in Höhe von 10.000 US-Dollar.

Claudine Humure absolviert derzeit ein Forschungspraktikum im Bereich der Biomechanik am Massachusetts Institute of Technology (MIT) Media Lab. Im Alter von nur 12 Jahren verlor die junge Preisträgerin ihr Bein an Knochenkrebs. Als Überlebende des ruandischen Genozid, sah sie laut eignen Aussagen fast täglich amputierte Menschen, dachte jedoch nie wirklich darüber nach – bis sie selbst ihr Bein verlor.

„Ich dachte ich würde sterben, als die Ärzte mich diagnostizierten, denn das war alles, was ich über Krebs wusste. Ich dachte, das wäre mein Schicksal“, erzählt Humure. „Dann sagten sie, sie müssten mein Bein am nächsten Tag amputieren. Ich weinte so hart, ich hasste die Ärzte, die mir die Nachricht überbrachten, weil alles so schnell passierte.“

Im Anschluss an ihre Operation wurde Claudine Humure von einer amerikanischen Wohltätigkeitsorganisation nach Boston geflogen, um ihr Bein durch Behandlungen wie Chemotherapie und Chirurgie auf eine Prothese vorzubereiten. Knapp ein Jahr später kehrte die junge Frau mit ihrem künstlichen Bein zurück nach Hause. Leider brach ihre Prothese und Claudine wurde mit dem Problem, ein neues prothetisches Bein in einem finanziell schwachen Land zu finden, konfrontiert.

Nach Beginn ihres Biomechatronik-Forschungspraktikums am MIT-PRV-Media LAB machte sie erstmals Bekanntschaft mit Hugh Herr, einem Pionier der Prothetik, welchem selbst beide Beine fehlen. Ab diesem Zeitpunkt begann sie eine 3D-gedruckte, verstellbare Prothesenfassung zu entwerfen, die mit ihren restlichen Gliedmaßen verbunden werden konnten.

“Das war lebensverändernd”, schildert Humure über ihren Einstieg in den 3D-Druck. “Meine Augen öffneten sich. Ich sah all diese Spitzenforschung, als wir in Ruanda so schlechte Prothesen hatten. Ich sah mein eigenes prothetisches Bein an und begann zu denken. “

Diese Fassung wurde so konstruiert, dass der Tragekomfort höher als bei vergleichbaren Modellen ist. Humeres Innovation richtet sich an Menschen mit fehlenden Gliedmaßen in Entwicklungsländern, für welche die am Markt erhältlichen Prothesen nicht leistbar sind.

“Ich hatte gesehen, was möglich war. Eine gute Prothese passt gut und fühlt sich wohl. Du kannst alles damit machen, du fühlst dich normal. (…) Ich mache die Fassung leichter, einfacher zu bedienen und billiger zu fertigen. Aber was das Design besonders macht, ist, dass der Benutzer es anpassen kann, um es bequemer zu machen. In den Entwicklungsländern haben die Leute einfach nicht die Zeit, in Kliniken zu reisen “, erklärt sie.

Claudine Humure träumt von der baldigen Eröffnung von Fachkliniken in Ruanda und Afrika. Vorerst widmet sie sich jedoch ihrer eignen Innovationen und Forschung. Vergangenen Freitag erhielt sie, neben neun weiteren Studien-Kollegen, offiziell ihre Auszeichnung bei der OZY Genius Awards Ceremony in New York City.

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