Home Industrie Fünfte jährliche AMTC gibt Einblicke in globale AM Erfolge

Fünfte jährliche AMTC gibt Einblicke in globale AM Erfolge

Die fünfte jährliche Advanced Manufacturing Technology Conference (AMTC), die am 11. und 12. Oktober auf dem Campus der Technischen Universität München (TUM) stattfindet, setzt ein Zeichen für die internationale Zusammenarbeit. Mehr als 60 Referenten aus Asien, Europa und den Vereinigten Staaten berichten über die erfolgreiche Integration der additiven Fertigung (AM) in industrielle Prozesse sowie über weitere Neuigkeiten in der AM-Entwicklung.

Auf der AMTC werden politische Entscheidungsträger und Vertreter aus Industrie und Forschung eine Absichtserklärung zur Gründung eines „Bayerischen AM-Clusters“ unterzeichnen.

Als Schlüsseltechnologie im Zeitalter der Nachhaltigkeit bietet die additive Fertigung Möglichkeiten, die Produktion und die Produkte der Industrie ressourcenschonend und klimaschonend zu gestalten. Vor dem Hintergrund der aktuellen globalen Krisen steht die AMTC 2022 als eine der wichtigsten globalen Konferenzen zur additiven Fertigung ganz im Zeichen der internationalen Zusammenarbeit. Führungskräfte aus der Industrie, Entscheider aus Regulierungsbehörden und Experten aus Wissenschaft, Forschung und Normung diskutieren über AM-Trends auf dem Weg der Technologie in die breite industrielle Anwendung. Die wichtigste Frage lautet: Was können die drei großen Wirtschaftsregionen Amerika, Europa und Asien voneinander lernen?

„Der globale Umbruch, den wir derzeit in den politischen Systemen und Märkten erleben, hat auch Auswirkungen auf die internationalen Lieferketten“, sagt Prof. Michael Süss, Executive Chairman von Oerlikon und Gründer des AMTC. „Neben dem Fokus auf Nachhaltigkeit ist dies einer der Hauptgründe, warum die Nachfrage nach additiver Fertigung steigt. Es gibt immer mehr Anwendungsmöglichkeiten für diese Technologie, und die Druck- und Verarbeitungstechnologie von AM ist bereits recht weit fortgeschritten. Die verbleibenden technischen und rechtlichen Hürden lassen sich am besten durch Zusammenarbeit überwinden. Die internationale AM-Gemeinschaft spielt hier eine Schlüsselrolle“.

Die AMTC startet am 11. Oktober mit Vertretern aus der 3D-Startup-Szene. In ihren Keynotes berichten Arno Held von AM Ventures und Helmut Schönenberger von UnternehmerTUM über aktuelle Trends bei internationalen 3D-Startups. In einer Roundtable-Diskussion diskutieren Vertreter von Kinexon, Seurat und Kumovis, wie Startups in schwierigen Zeiten widerstandsfähiger werden können. Am Ende des Tages werden sechs Start-ups in Kurzvorträgen innovative Ideen vorstellen, darunter Lösungen für AM-Pulver aus recycelten Materialien, Drahtlegierungen der nächsten Generation für den 3D-Metalldruck in großem Maßstab und ein neues Druckverfahren, das Mikrowellen als Energiequelle nutzt und damit deutlich schneller und kostengünstiger drucken kann als herkömmliche Laserschmelzverfahren. In einem der Kurzvorträge wird eine Softwareplattform zur datenbasierten Qualitätssicherung vorgestellt, die auf dem Prinzip des digitalen Zwillings beruht und zeitaufwändige Bauteilmessungen vermeiden hilft.

Der zweite Konferenztag am 12. Oktober beginnt mit einer Podiumsdiskussion und einem Grußwort von Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landtags. Anschließend findet die feierliche Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding zwischen Siemens, Audi, MTU, EOS, Linde, GE Additive und Oerlikon sowie der TUM statt. Die Unterzeichnung dieses Dokuments markiert den letzten Schritt zur Gründung eines „Bayerischen AM-Clusters“.

Der unter diesem Namen agierende Verein will durch interdisziplinäre Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft technische und wirtschaftliche Herausforderungen entlang der gesamten AM-Wertschöpfungskette bewältigen. Nach diesem Signal der Kooperationsbereitschaft in der AM-Community beginnt die Diskussion der Konferenz mit etwas Neuem: einem Einblick in die Märkte der Zukunft. Mit einer Trendstudie, die zeitgleich mit der Konferenz veröffentlicht wird, gibt Zukunftsforscher Kai

Gondlach wird Einblicke geben, in welche Richtung sich die für AM relevanten Märkte entwickeln und welche globalen Trends in Zukunft voraussichtlich neue Nachfrage nach additiver Fertigung schaffen werden.

Möglichkeiten der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit: In einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion werden Teilnehmer wie Francisco Betti vom Weltwirtschaftsforum, Lionel Lim vom Singapore Economic Development Board, Nicholas Deliyanakis von der EU-Kommission und Kimberly Gibson von America Makes über Trends auf den für die additive Fertigung relevanten internationalen Märkten sprechen und Fragen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit bei der Weiterentwicklung des industriellen 3D-Drucks erörtern.

Abgerundet wird die Konferenz durch einen detaillierten Blick auf die tatsächlichen Anwendungen der additiven Fertigung: Zehn „Blueprint Cases“, die den erfolgreichen industriellen Einsatz der additiven Fertigung auf drei Kontinenten zeigen. Zu den Beispielen gehören SembCorb Marine aus Singapur, das den 3D-Metalldruck bei der Wartung von Schiffen einsetzt und sich die Schnelligkeit der schnell druckbaren Ersatzteile zunutze macht, und ST Engineering, das die additive Fertigung zur Herstellung spezieller Strukturkomponenten für Flugzeuge nutzt. Deep Blue Space, das Komponenten für Raketenantriebe druckt, wird ein Beispiel aus China vorstellen.

Zu den europäischen Beispielen gehört ein Projekt des Fraunhofer-Instituts IGCV mit Siemens Healthineers und anderen Partnern, die das Drucken eines komplexen Kupferkühlkörpers entlang der gesamten Produktionskette durch den erstmaligen Einsatz eines grünen Lasers überarbeitet haben. Oerlikon und Airbus demonstrieren den erfolgreichen Druck und Einsatz von ultraleichten Antennen für Satelliten. Audi präsentiert ein Praxisbeispiel aus dem Automobilbau, und Siemens zeigt, wie man ein AM-Projekt erfolgreich durch interne Prozesse führt. Die US-Unternehmen Eaton, Collins Aerospace und Boeing stellen drei weitere Blueprint Cases vor.

Neben den praktischen Anwendungen werden den AMTC-Teilnehmern auch Neuigkeiten aus der Forschung präsentiert. Vertreter von Universitäten und Forschungsinstituten werden über laufende Projekte berichten – darunter zwei große internationale EU-Projekte, die sich mit technischen Fragen befassen, die den 3D-Druck in den kommenden Jahren deutlich voranbringen werden.

Im ersten Projekt geht es darum, die additive Fertigung durch innovative Laserstrahlformen und die Erweiterung der verarbeitbaren Materialien schneller und effizienter zu machen. Das zweite EU-Projekt zielt darauf ab, verschiedene AM-Verfahren und -Materialien zu kombinieren, um die Materialeigenschaften eines Bauteils an die lokalen Bedürfnisse anzupassen, so dass das neue Schlagwort „Form und Eigenschaften folgen der Funktion“ für den zukünftigen 3D-Druck gilt.

Zu den Referenten der AMTC 2022 gehören:

  • Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landtags
  • Oliver Hoffmann, Vorstand für Technische Entwicklung, Audi AG
  • Peter Koerte, Corporate Vice President, Chief Technology & Chief Strategy Officer, Siemens AG
  • Thomas Hofmann, Präsident der TUM
  • Francisco Betti, Leiter des Bereichs Advanced Manufacturing/Mitglied des Exekutivkomitees, Weltwirtschaftsforum
  • Lionel Lim, Vizepräsident und Leiter der Abteilung Technologie-Hardware & Ausrüstung, Singapore Economic Development Board (EDB)
  • Nicholas Deliyanakis, Policy Officer, Industrielle Transformation, EU-Kommission
  • Kimberly Gibson, Direktorin für Ökosysteme, America Makes
  • Dr. Melissa Orme, Vizepräsidentin, Additive Fertigung, Boeing

Eine vollständige Liste der mehr als 60 Redner und Diskussionsteilnehmer finden Sie auf der AMTC-Website unter: AMTC | AM-Technologie-Konferenz

Etwa 500 Gäste werden persönlich an der Konferenz teilnehmen, weitere 3.000 werden virtuell teilnehmen.

Mehr über die AMTC finden Sie hier.

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