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Massportal Pharaoh ED – Delta 3D Drucker im Test

Massportal Pharaoh EDAls ich ins 3Druck Büro kam, stand eine riesige Holzkiste im Vorraum. Ein bisschen erinnerte diese an einen Tiertransport. Vielleicht eine kleine Giraffe?

Nein natürlich haben wir keine kleine Giraffe bekommen. Es handelt sich nämlich um den Delta 3D Drucker von Massportal – der Pharaoh ED. Wenn man jedoch die Höhe des Pharaoh ED mit 60cm bedenkt ist die große Holzkiste als Verpackung nicht so überraschend. Was jedoch wirklich überraschend war ist, dass die Kiste nach dem Versand nicht unnütz auf den Sperrmüll kommt sondern als praktischer Unterstand genutzt werden kann.

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Unser alt bekannter Thinking Trooper von Critters

Dieser Unterstand bietet nicht nur einen Stabilen Stand für den 3D Drucker sondern auch drei praktische Fächer für Filament, Werkzeug und andere nützliche Dinge. Eine wirklich gelungene Idee um einen sicheren Transport und ein nettes und vor Allem praktisches  Add On.

Der Massportal an sich ist ein sehr stabilerruhiger 3D Drucker mit der Delta Bauweise. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass der Druckkopf auf drei Achsen aufgehängt ist. Diese drei Achsen verschieben sich nur nach Oben und Unten (Z-Achse). Dadurch kann der Druckkopf auf der Druckplatte positioniert werden und auch in der Z-Achse sehr präzise positioniert werden.

Materialien

Auf der Homepage beschreibt sich Mass Portal als Hersteller von „open materials“ 3D Druckern. Dies kann ich so auch nur unterschreiben. Der Pharaoh ED ist spielend mit allen Materialen die wir ausprobiert haben fertig geworden. Jedes Filament mit 1,75mm Durchmesser, welches bis 300° Celsius schmilzt kann verwendet werden.

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Dünnwandige Vase

Wenn man jedoch so viele verschiedene Materialien verarbeitet muss man besonders auf die Einstellungen von Heizbett- und Extrudertemperatur achten. Diese stellt man entweder in Simplify3D, welches beim Kauf des Mass Portal Pharaoh ED inbegriffen ist, ein oder einem anderen Slicer, wie dem kostenlosen Open Source Slic3r. Simplify3D wird als Code mitgeliefert und die neueste Version kann einfach online heruntergeladen werden.

Dabei gestaltet sich die Übertragung mittels SD Karte ein bisschen mühsam. Bei jedem Model welches wir gedruckt haben muss man schon vorher wissen welches Material verwendet wird. Dies mag vielleicht komisch klingen ist jedoch bei unserem Testbetrieb mehrfach aufgefallen. Hier bietet Simplify3D als Abhilfe die Möglichkeit den 3D Drucker einfach über USB zu steuern. Ein Schritt den wir empfehlen!

Ausserdem bietet der Pharaoh ED umfassende Einstellmöglichkeiten, die auch während des Druckvorgangs verändert werden können. Dies ist besonders praktisch, wenn man das perfekte Setup für ein neues Filament noch nicht gefunden hat. Hier können von Heizbett- und Extrudertemperatur auch der Materialfluss, die Geschwindigkeit des Lüfters und viel mehr eingestellt werden.

Hier sind die verschiedenen Testausdrucke zu sehen, die wir auf dem Massportal durchgeführt haben. Besonders beeindruckt hat uns das PET Filament von Innofil (rot) und PLA von Verbatim (orange). Ausserdem haben wir auch das flexible Filament von Verbatim, PRIMALLOY, getestet. Der Mass Portal und das Filament scheinen wie für einander gemacht. Auch leichte Überhänge konnten Maschine und Material bewältigen. Die gedruckten Ohren sind für ein Binaurales Mikrophon. Die Vorlage kommt von Johnny auf Thingiverse.

Testprint Ohren

Steuerung

Die Steuerung erfolgt über ein mehrzeiliges LCD und fünf Tasten plus der dezidierten „Pause“ Taste. Die Navigation durch die verschiedenen Menüs bedarf ein bisschen Übung. Je nach dem auf welche Pfeiltaste (Oben, Unten, Links und Rechts) man drückt kommt man zu andern Untermenüs. Diese ändern sich zusätzlich im Betrieb im Vergleich zum Idle Modus.

Ein bisschen erinnert diese an frühere Zeiten bei der jedes Gerät über Pfeiltasten Menüs funktioniert hat. Wie die guten alten Handys.

Hat man die umfassende Steuerung jedoch heraus, gestaltet sich diese sehr effektiv. Mir ist es sogar gelungen nach dem Start eines Druckvorgangs die Eigenschaften so zu verstellen, dass ein anderes Filament als das Eingestellte verarbeitet werden konnte.

Fazit

Wir haben in unseren Tests alle Filamente, welche wir in unserem Büro gefunden haben, versucht mit dem Mass Portal Pharaoh ED zu drucken. Mass Portal Pharaoh ED UnterstandDieser enttäuschte uns auch hier nicht. Jedes 1,75mm Filament, ob flexibel, PLA oder ABS wurde wunderbar verarbeitet sobald das richtige Setup gefunden wurde.

Der Mass Portal Pharaoh ED ist ein professionelles Gerät für anspruchsvolle Anwender, die sich nicht auf wenige Materialien einschränken lassen wollen. Durch diese Offenheit bei den Materialien ist der Pharaoh jedoch nicht mit einem Plug ´n´ Play 3D Drucker zu vergleichen. Oft werden mehrere Anläufe benötigt um das perfekte Setup für neue Filamente zu finden. Der Preis von knapp 3.200€ ist zwar nicht ganz für jeden Heimanwender aber danke der tollen Qualität auf jeden Fall gerechtfertigt.

Schweren Herzens haben wir den Pharaoh ED wieder in seinem Holzunterstand verpackt und zurück an iGo3D geschickt, die uns den 3D Drucker zur Verfügung gestellt haben! Herzlichen dank an Massportal und iGo3D!

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