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Zortrax M200 – Testbericht

Sehr gespannt wartete ich auf die Anlieferung des „Plug & Play“ FFF 3D Druckers aus Polen. Von dem Gehörten verspricht man sich viel vom M200 von Zortrax. Wir haben getestet was wirklich dran ist.

Aus dem gegebenen Anlass haben wir ein Testverfahren entwickelt, um eine objektive und faire Bewertung für alle getesteten Geräte zu gewährleisten. Dabei testen wir nicht nur die Qualität des Ausdrucks, sondern auch die Verarbeitung und die Interaktion mit Soft- und Hardware.

Zortrax Review 3Wie gesagt, konnte ich es kaum erwarten, den M200 anzuwerfen und die ersten Ausdrucke zu starten. Drucker auf dem Tisch – dieser wirkt als könnte er mehr als nur ABS und PLA schmelzen – und meine Fantasie von Tests am Limit spielt schon verrückt. Jetzt erst einmal Z-Suite, die Software von Zortrax installieren. Währenddessen konnte der M200 am anderen Ende von unserem Büro sich selbst kalibrieren. Dies ist eines der Features, welche den Betrieb vereinfachten und so den FFF 3D Druck weniger technisch affinen Menschen zugänglich machen soll. Die Installation der neuesten Version v0.0.9.6 von Z-Suite für Mac OS X verlief kurz und schmerzlos.

Z-Suite Framework
Hinweis auf der Downloadseite von Zortrax

Leider lies sich das Programm nicht starten. Nach einer Stunde Recherche fand ich endlich die Lösung. Das MonoFramework, der Multiplattform-Alternative von Microsofts .NET Framework, muss auf dem Mac installiert werden damit Z-Suite seine Dienst verrichten kann. Dieses Fakt ist leider nur sehr klein im Downloadbereich der Hersteller Seite vermerkt.

Zortrax Review 2Inzwischen sollte der M200 den Zauber verrichtet haben und kallibriert sein. Also hin und nachschauen. Das Druckbett hatte ich beim Einbau schon nach Augenmaß ins Lot gebracht. Ergo müssten nur noch Feineinstellungen zu machen sein. Wie erwartet wies das Display des Zortrax M200 aus, dass das Druckbett im hinteren Bereich nachgestellt werden musste. Mit einer der Schrauben war dies im Handumdrehen erledigt. Mit dem einzigen Knopf, der auch gleich ein Drehrad ist, wurde das Nachstellen bestätigt. Das Druckbett zuckelte danach wieder zur Kalibrierung auf und ab.

So weit so gut. Immer wieder war am Display ablesbar, dass hinten links weiter in die Höhe gestellt werden muss. Dies und das Zucken beim Kalibrieren gaben mir zu denken und ich machte mich auf die Fehlersuche. Unser Testgerät hatte schon einige Tests und Reisen hinter sich. Deshalb kann man den Fakt, dass sich der Stecker, der die Z-Achse steuert, ein bisschen gelöst hatte und diese nicht richtig angesteuert wurde, nicht dem Hersteller oder der Qualität des Druckers vorwerfen. Der Arme wurde alleine in unser Büro wegen eines Fehlers zwei mal geliefert. Von Hannover nach Wien. Zwei mal. Der Stecker richtig in Position gebracht, legte der Zortrax nun richtig los!

Z-Suite Mac

In weniger als einer Minute war der Zortrax kalibriert. Diesmal richtig. Und legte mit den Druckaufträgen los. Zuerst ein paar Figuren zum Aufwärmen. Die Ergebnisse überzeugten die Redaktion. Der automatisch generierte Support, also die Stützstrukturen, die notwendig sind um Überhänge zu drucken, lies sich mühelos nur mit den Fingern entfernen. Ein Nachbearbeiten mit Pinzette und Feile war zumeist nicht notwendig. Auch die Waben Struktur im Inneren unseres Star Wars Buddas verbrauchte wenig Filament und sorgte trotzdem für die richtige Stabilität. Dies sind in meinen Augen die Stärken der Z-Suite Software. Bei dem Design und der Stabilität muss noch ein bisschen aufgeholt werden. Wenn man die „Advanced Print Settings“ aktiviert kommt man zu erweiterten Einstellungen. Will man diese schließen, bleibt das Fenster einfach weiß und kann nur durch „Force Quit“ beendet werden. Ist man mit zwei Monitoren bei der Arbeit, kann man das Hauptfenster einfach auf einen anderen schieben. Erstellt man die .zcode Dateien zum Ausdrucken auf einem Laptop oder mit nur einem Monitor, muss man alle vorherigen Einstellungen nach dem Neustart von Z-Suit noch einmal vornehmen.

Der Zortrax druckt übrigens nur Modelle, die im zcode Format, einer Abwandlung des gebräuchlichen gcode Dateiformats, auf die Zortrax Review 1beiliegende SD Karte gespeichert werden. An einer Anbindung per WLAN arbeitet das Team von Zortrax gerade. Übrigens muss man bei der Konfiguration der 3D Modelle sich nicht mit Temperaturen herumspielen. Weder mit der vom beheizten Druckbett, noch von der Temperatur des Hotends. Diese wird von 3D Drucker und Software automatisch gewählt, der User muss lediglich wählen welches Filament des Zortrax Sortiments verwendet wird. Der Hersteller bietet hier Z-ABS, Z-ULTRAT, Z-GLASS und Z-HIPS. Wir hatten bei unserem Test Z-ABS, in schickem Rot, zur Verfügung. Dieses zeigte ein exzellentes Verhalten während des Drucks und auch im ausgehärteten Zustand. Mit den feineren Einstellungen (Geschwindigkeit: langsam; Schichtdicke: 0,09 bis 0,19mm) waren die Ergebnisse exzellent, bei dem schnellsten Druck (Geschwindigkeit: hoch; Schichtdicke: 0,39mm) lösten sich die einzelnen Schichten – wenn auch nur selten – voneinander.

Solche kleinen Fehler kamen eigentlich nur bei dem Stresstest vor. Dabei haben wir auf die Modelle von Make auf Thingiverse zurückgegriffen.

Hier die Gallerie der Stresstest Ausdrucke (Klicken vergrößert das Bild):

Alles in allem ist der Zortrax M200 schon sehr nahe an der Versprechung ein Plug & Play 3D Drucker zu sein. Die Hardware ist sehr gut verarbeitet. Hoffentlich legen die polnischen Entwickler bei der Software noch etwas nach, dann ist der Druckgenuss vollständig!

Danke an den Händler iGo3D, der uns das Testgerät so lange zur Verfügung gestellt hat.

Neben dem Stresstest von Make haben wir den Thinking Trooper von Critters (im Titelbild zu sehen) für die Review gedruckt.

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