Home Gastbeiträge Smartphones und 3D-Druck – Überschneidung der Technologie

Smartphones und 3D-Druck – Überschneidung der Technologie

3D-Drucker für den privaten Gebrauch werden seit einiger Zeit immer kostengünstiger. Kein Wunder also, dass auch nach Möglichkeiten gesucht wird, 3D-Drucker mit Jedermanns liebstem Spielzeug, dem Smartphone, zu verbinden. Einerseits eignet sich das Smartphone gut als Plattform zur Bedienung von 3D-Druckern oder als Grundlage um Zubehör zu entwickeln. Andererseits kann man bald vielleicht fast komplette Smartphones selber herstellen.

Modulares Smartphone aus dem 3D-Drucker
Bei Google wird an einem Smartphone (Projekt Ara) gearbeitet, welches aus modularen Teilen bestehen soll. Die einzelnen Module können dann vom Nutzer individuell zusammengestellt werden. So könnte man beispielsweise einen zusätzlichen Akku oder eine bessere Kamera einbauen. Die Bauteile sollen alle mit speziellen 3D-Druckern hergestellt werden, was eine schnelle und kostengünstige Produktion extrem hoher Stückzahlen ermöglichen soll.

Smartphone Anbauteile aus dem 3D Drucker
Durch 3D-Drucker können in Zukunft wohl nicht nur Smartphone Hüllen hergestellt werden, sondern auch andere Zubehör Teile. So hat ein Forscherteam an der University of California in Los Angeles (UCLA) um Prof. Dr. Aydogan Ozcan einen Aufsatz für Smartphones entwickelt, der bis zu 90 Nanometer kleine Teilchen erfassen kann und so einem Elektronenmikroskop Konkurrenz macht. Die Teile dafür wurden mit einem 3D-Drucker produziert.

Smartphone Hüllen selber designen und drucken
Die Außenhülle eines Smartphones ist in den meisten Fällen eine einfache Kunststoffform. Viele packen ihr Smartphone noch zusätzlich in Schutzhüllen, um es vor Kratzern und Stößen zu schützen. Doch der Schutzaspekt ist nur ein Teil, denn viele Hüllen geben dem Handy ein individuelles Aussehen, von klassisch elegant bis zu ausgefallenen Formen und Farben. Mittlerweile gibt es nun sogar die Möglichkeit die Hülle komplett individuell zu gestalten und dann an einem 3D-Drucker herzustellen.

So gibt beispielsweise Nokia die Baupläne für das Nokia Lumia 820 an die Besitzer weiter, damit diese sich mit einem 3D-Drucker eigene, individuelle Hüllen herstellen können.

Beim Fairphone, das vom gleichnamigen Hersteller produziert wird, kann man zwischen fünf verschiedenen Hüllen wählen oder sogar seine eigene Wunschhülle designen. Diese wird dann im nächstgelegenen 3D-Druckshop (3D Hubs) erstellt und selbst abgeholt. So wird auch der Transport um die halbe Welt gespart.

Das Smartphone in eine 3D-Kamera/3D-Scanner verwandeln
Bei der Spielekonsole X-Box ist mit Kinect schon eine 3D-Kamera im Einsatz, diese Technik soll es bald auch für Smartphones geben. Google (Projekt Tango) und Apple arbeiten an 3D-Kameras für Smartphones, die pro Sekunde bis zu 250.000 3D-Messungen vornehmen können.

Apple hat dafür sogar extra PrimeSense, den ursprünglichen Entwickler der Kinect Kamera, für 360 Millionen Dollar aufgekauft. Mit solchen Geräten wäre nicht nur eine Indoor-Navigation vorstellbar, sondern auch das Erstellen von 3D-Modellen, um diese später mit einem 3D-Drucker nachzubauen. Das Google Handy mit 3D-Kamera soll 2015 marktreif sein.

Bisherige Projekte, aktuelle Smartphones mit Zusatzgeräten zur 3D-Kamera umzurüsten, zum Beispiel LazeeEye der Firma Heuristic Labs, hatten vorerst noch keinen Erfolg. Die Möglichkeiten wären aber vielfältig. So könnte man beispielsweise einfach vor dem nächsten Umzug die eigene Couch in 3D fotografieren und per Software prüfen, ob sie durch das 3D-Modell des Treppenhauses passt.

Gastbeitrag: Jan Unger

Jahrgang 1984, ist als Mitarbeiter in der Redaktion von Mobildiscounter.de tätig. Seine Arbeit stützt sich vorrangig auf News und Recherchen rund um die Mobilfunkbranche. Sein vielseitiges Interesse gilt vor allem den Betriebssystemen iOS und Android. Daneben beschäftigt er sich mit Apps und mobilen Anwendungen.

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(c) Picture via 3D Hubs

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