Home Lifestyle & Kunst Chanel nutzt „chemischen 3D-Druck“ für neue Boy-Friend Skeleton Watch

Chanel nutzt „chemischen 3D-Druck“ für neue Boy-Friend Skeleton Watch

Nach Aussage von Nicolas Beau, Leiter der globalen Uhren- und Schmuckbranche bei Chanel, kam bei der Herstellung von Chanels neuester Boy-Friend Skeleton Uhr ein Verfahren namens „chemischer 3D-Druck“ zum Einsatz.

Schon länger gingen Gerüchte um, dass bei der Herstellung von Chanels neuester Uhren-Innovation 3D-Technologien zum Einsatz kamen. Nun bestätigte Nicolas Beau, Leiter der globalen Uhren- und Schmuckbranche des Unternehmens, gegenüber wired, dass die Zahnräder der Uhr mit einem Verfahren, welches Beau als „chemischen 3D-Druck“ bezeichnet, hergestellt wurden.

Der Begriff „chemischer 3D-Druck“ bezieht sich hauptsächlich auf den Prozess des Galvanischen Wachstums. Hierbei handelt es sich um eine Art galvanische Verzinkung, welche meist zur Stärkung von metallischen Oberflächen genutzt wird. Durch diese galvanische Schutzschicht wird das Metall vor Umwelteinflüssen wie beispielsweise Korrosion oder Sonnenschäden geschützt.

Dieser Prozess geht wie folgt von Statten: die gewünschte Metall-Komponente wird in ein Bad, welches Metallsalze wie Kupfer, Nickel und Silber enthält, eingetaucht. Hierdurch zieht die elektrolytische Ladung metallische Partikel von dem Salz zu ihrer Oberfläche und baut so schichtweise eine Art Mantel um das eingetauchte Metall. Dieser Mantel stellt in weiterer Folge das „chemisch 3D-gedruckte“ Endprodukt, im Falle von Chanel die Zahnräder der Uhr, dar.

Ähnliche Techniken wurde auch schon früher genutzt. Im vergangenen Jahr investierte Kanadas Add-on-Manufacturing-Accelerator-Programm beispielsweise knappe $ 750.000 in ein Unternehmen, welches ähnliche Ansätze wie das „galvanische Wachstum“ verwendet. Ebenso entwickelte das in London ansässige Imperial Collage auf Basis einer ähnlichen Technik eine neue sowie kostengünstige Metall-3D-Drucktechnik.

Durch die Verwendung des „chemischen 3D-Drucks“ für die Zahnräder der Boy-Friend Skeleton Watch war es Chanel möglich, diese Zahnräder gänzlich ohne Speichen herzustellen sowie zu montieren. Dies lässt das Ziffernblatt der Uhr fast schwebend wirken.

Zwar ist Chanel nicht bekannt für den Einsatz von additiver Fertigung, jedoch hat das Unternehmen keine Scheu vor neuen Technologien, wie Karl Lagerfeld in einem 3D-gedruckten Anzug auf der Pariser Fashion Week 2015 unter Beweis stellte.

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Ist 22 Jahre alt und studiert momentan im 1. Master-Semester Kunststofftechnik an der Fachhochschule in Wels. In der Welt der Generativen Fertigung und des 3D-Drucks ist er noch relativ neu aber deswegen empfindet er es als umso spannender. Um immer auf dem neuesten Stand zu bleiben, versucht er in seiner Freizeit so viel als möglich über Neuerungen in Erfahrung zu bringen.