3D-gedruckte Waffe feiert Premiere im österreichischen TV

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Gestern feierte die wohl bekannteste 3D-gedruckte Waffe ihren ersten Auftritt im österreichischen Fernsehen. Im Hauptabendprogramm wurde in der Serie Soko Kitzbühel ein Mordanschlag mit der Waffe verübt. Die Art wie der Mord verübt wurde zeigt klar welche Gefahren von solchen Waffen ausgehen. Grund genug für einen kurzen Fakten-Check!

Die Faustfeuerwaffe „Liberator“ wurde erstmals 2013 öffentlich im Internet präsentiert.

Was dann folgte ist Geschichte: Die US Regierung ließ die Plattform auf der die Waffenbauteile veröffentlicht wurden, sperren. Tests zeigten, dass die Waffe nur einen Schuss stand hält, dennoch ging / geht von solch einer Waffe eine große Gefahr aus. Ein neues US-Gesetz sollte den Umgang mit solchen Waffen gesetzlich regeln. Weitere Tests zeigten, dass auch für den Anwender der Waffe eine große Gefahr besteht – wie man mehreren Videos entnehmen kann:

Zurück zu Soku Kitzbühel: Dort wurde die 3D gedruckte Waffe – offensichtlich das bekannte Liberator Modell – in ein Gerichtsgebäude eingeschleust. Der Metalldetektor am Eingang erkannt die Waffe natürlich nicht. Die Patrone wurde unauffällig eingeschleust. Anschließend wurde ein Mordanschlag mit der Waffe verübt, die Waffe wurde in Einzelteilen im Gebäude versteckt. Hier zeigen sich zwei Gefahren: Waffen aus Kunststoff werden nicht von Metalldetektoren erkannt, nach Verwendung könnte man sie zum Beispiel verbrennen und so Beweise vernichten.

Im weiteren Verlauf wurde der Täter natürlich gestoppt – außerdem waren verschiedene 3D -rucker zu sehen. Unter anderem ein 3D-Drucker, der vermutlich der German Rep Rap X350 war, welchen wir schon getestet hatben (daher habe ich ihn auch ziemlich eindeutig identifizieren können). Außerdem war die 3D-Druck-Software Simplify-3D zu erkennen. Dabei konnte man mehrmals lesen, dass der Druckvorgang abgeschlossen war – in großen roten Buchstaben. Obwohl ich selbst die Software oftmals verwende, hatte ich bisher noch keine solche Meldung erhalten.

Es wurde auch gesagt, dass die Waffe aus PLA 3D-gedruckt wurde. Tatsächlich kann man die Waffe aus verschiedensten Kunststoffen drucken. Am Besten funktioniert aber vermutlich die original Version aus ABS. ABS ist mechanisch auch beständiger als PLA. Nebenbei wurde erwähnt, dass die 3D-Modelle der Waffe nicht mehr im Internet erhältlich sind. Das hat vielleicht kurzzeitig gestimmt, aber derzeit ist das Modell im Netz leicht auffindbar – zu denken die Gefahr sei daher gebannt ist also ziemlich naiv.

Das solche Waffen tatsächlich 3D-gedruckt werden zeigen die aktuellen Nachrichten. 2015 wurde ein Australier verhaftet und zu 6 Monaten bedingter Haft verurteilt. Vor rund 2 Wochen wurde ein Mann in Sydney ebenfalls wegen 3D gedruckter Waffen verhaftet.