Home Software Intelligente Entpulverung: Solukon bringt die SPR-Pathfinder Software auf den Markt

Intelligente Entpulverung: Solukon bringt die SPR-Pathfinder Software auf den Markt

Auf der Formnext 2022 wird Solukon die Software zur automatischen Entpulverung öffentlich präsentieren. Mit der Kommerzialisierung der Software als Solukon-Produkt untermauert das Augsburger Unternehmen seine Vorreiterrolle bei der Industrialisierung der automatischen Pulverentfernung. Außerdem macht Solukon mit dem SPR-Pathfinder den Digital Twin eines Bauteils erstmals auch im Postprocessing nutzbar.

Mit den immer komplexeren Anwendungen im pulverbasierten 3D-Druck steigen die Anforderungen an die industrielle Entpulverung. Nach der Vorstellung des Digital- Factory-Tools, einem Sensor- und Schnittstellenkit zur Qualitätssicherung und Automations-integration im vergangenen Jahr, geht Solukon 2022 den nächsten Schritt. Das Augsburger Unternehmen bringt die Entpulverungssoftware SPR-Pathfinder auf den Markt.

Der SPR-Pathfinder berechnet anhand der CAD-Datei des Baujobs den idealen Bewegungsablauf in der Solukon-Anlage, um überschüssiges Pulver aus komplexen innenliegenden Strukturen zu entfernen. Die Berechnungen des SPR-Pathfinders® basieren auf einer Fluidsimulation, die den digitalen Zwilling des Bauteils analysiert. Der individuell berechnete Bewegungsablauf wird anschließend von der Solukon Anlage eingelesen, welche die programmierten Pfade abfährt. So werden auch komplexeste Bauteile sauber – und das schnellstmöglich und ohne menschlichen Programmieraufwand.

„Im Unterschied zu konventionellen Herstellungsverfahren arbeitet der 3D-Druck mit dem Digital Twin des Bauteils. Bisher galt das aber nur für den Druck an sich. Mit dem SPR- Pathfinder machen wir jetzt den digitalen Zwilling des Bauteils auch beim Entpulvern nutzbar. So stellen wir sicher, dass die Potentiale des Digital Twin auch im Postprocessing voll ausgeschöpft werden“, sagt Andreas Hartmann, CEO/CTO von Solukon.

Lizenz der prämierten Entpulverungs-Software geht an erfahrenen Depowdering-Pionier

2018 wurde die von Siemens Technology in einem Gemeinschaftsprojekt mit Solukon entwickelte Software unter dem Namen SiDAM erstmals öffentlich vorgestellt. Die Idee zur Software stammt von Dr. Christoph Kiener, Principal Key Expert Functional Design for Manufacturing bei Siemens Technology. „Schwingungsangeregtes Pulver verhält sich beim Auslaufen fast wie eine Flüssigkeit. Deswegen war uns schnell klar, dass wir in der Software mit einer Pfadidentifikation und einer Partikel- und Fluidsimulation zum Ziel kommen können“, sagt Kiener. Die Veröffentlichung hatte schon damals für viel Aufsehen gesorgt, als Solukon und Siemens für die Software in Kombination mit einer Solukon SFM-AT800-S den TCT Postprocessing Award 2019 entgegennehmen durften.

Bis vor kurzem war der Software-Prototyp nur ausgewählten Entwicklungspartnern von Siemens und Solukon zugänglich. Jetzt hat Solukon exklusiv Rechte an der Software erworben, sie zum Solukon-Produkt weiterentwickelt und bringt sie nun unter dem neuen Namen SPR-Pathfinder auf den AM-Markt, sodass Solukon-Kunden erstmals Lizenzen käuflich erwerben können. „Es ist ein für uns logischer Schritt, die Entpulverungssoftware exklusiv an Solukon zu lizenzieren und somit dem Vorreiter auf dem Gebiet der industriellen Entpulverung zu ermöglichen, dem Markt ein noch leistungsfähigeres Produkt anzubieten“, sagt Dr. Georg Bodammer, Senior Venture Director bei Siemens Technology Accelerator. „So bekommen Kunden alles aus einer Hand: sowohl die marktführende Entpulverungsanlage als auch die exklusive, intelligente Software“.

Bei der Namensgebung setzt Solukon bewusst auf eine Erweiterung der etablierten Smart Powder Recuperation Entpulverungstechnologie SPR®. SPR® umfasst prinzipiell automatisiertes Schwenken um zwei Achsen sowie gezielte Schwingungsanregung (Vibration) in geschützter Atmosphäre. Der Algorithmus-basierte SPR-Pathfinder bestimmt für komplexeste Geometrien den idealen Bewegungsablauf und findet so den besten Weg, um das Pulver vollständig auslaufen zu lassen.

SPR-Pathfinder ab sofort verfügbar

Als exklusives Solukon-Produkt ist der SPR-Pathfinder nur mit Entpulverungssystemen von Solukon kompatibel. Aktuell läuft die Software auf den Modellen SFM-AT800-S und SFM-AT1000-S – und das bereits ab Seriennummer 1 der betreffenden Modelle. „Es ist uns ein großes Anliegen, dass schon ab Markteinführung ein möglichst breiter Kundenstamm von unserer Software profitieren kann“, sagt Andreas Hartmann, CEO und CTO von Solukon. Perspektivisch soll die Software auch mit anderen Modellen, wie etwa der SFM-AT350 kompatibel sein.

Der SPR-Pathfinder läuft als On-Premise Software, also jeweils auf unsernehmens- eigenen Endgeräten (PC oder Notebook), nicht in der Cloud. Eine Lizenz ist jeweils fest an ein Endgerät gebunden und gilt immer für die zum Zeitpunkt des Kaufs aktuelle Version.

Darüber hinaus haben interessierte Solukon-Kunden die Möglichkeit, den SPR-Pathfinder kostenlos und unverbindlich zu testen. Über die Website von Solukon können sich Interessierte für die 30-Tage-Testversion registieren.

Entpulverungssoftware bereits von Pilotkunden validiert

Vor Markteinführung ließ Solukon die Software von einigen namhaften Pilotkunden gründlich prüfen, darunter Siemens Energy aus Berlin, das die SiDAM bzw. Pathfinder- Software schon seit geraumer Zeit im Rahmen einer Entwicklungskooperation nutzt.

Siemens Energy gehört zu den weltweit führenden Unternehmen der Energietechnologie. Das Unternehmen arbeitet gemeinsam mit seinen Kunden und Partnern an den Energiesystemen der Zukunft und unterstützt so den Übergang zu einer nachhaltigeren Welt. Zum Portfolio des weltweit aktiven Unternehmens zählen konventionelle und erneuerbare Energietechnik, zum Beispiel Gas- und Dampfturbinen, mit Wasserstoff betriebene Hybridkraftwerke, Generatoren und Transformatoren. Das AM-Team in Berlin fertigt Heißgaskomponenten mittels 3D-Druck-Verfahren in Serie und nutzt seit gut zweieinhalb Jahren eine Solukon SFM-AT800-S zur Entpulverung. „Mit dem SPR- Pathfinder reinigen wir ohne manuellen Programmieraufwand in Serie. Die Bauteile werden garantiert sauber und diese Garantie wiederum räumt uns komplette Freiheit im Bauteildesign ein. Zudem sparen wir uns viel Zeit ein, die wiederum für andere wertschöpfende Tätigkeiten im Fertigungsprozess zur Verfügung steht“, sagt Julius Schurb, Projektleiter IDEA (Industrialisierung von Digitalem Engineering und Additiver Fertigung) bei Siemens Energy.

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