IDC Bericht: Luftfahrt sowie Gesundheitssektor in Europa bei Einführung von 3D-Drucktechnologie mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert

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Das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen International Data Corporation (IDC) informiert in einem kürzlich veröffentlichten Bericht über die zahlreichen Barrieren, mit denen europäische Unternehmen im Bereich Luftfahrt sowie dem Gesundheitswesen bei der Einführung von additiven Fertigungstechnologien konfrontiert sind.

Die Ergebnisse einer Erhebung, gerichtet an Unternehmen in den angeführten Sektoren in Frankreich, Deutschland, Italien und Großbritannien, wurden von IDC in zwei Berichten zusammenfasst.

Während viele Unternehmen 3D-Druck bereits in Forschungs- und Entwicklungsprojekte sowie Prototyping integriert haben, geht der Trend nun zur additiven Fertigung von Kleinserien und maßgeschneiderten Teilen über. Dabei kommen Technologien von FDM-Verfahren bis hin zu metallbasierten SLS-Prozessen zum Einsatz, um fertige Teile kosteneffektiv herzustellen; darunter Komponenten für Flugzeugturbinen und -Innenausstattung, Medizinprodukte und Gelenksersatz, um einige zu nennen. Die wesentlichen Vorteile im Vergleich zu Spritzguss und CNC-Technologien, die Unternehmen nannten: leichtere Teile mit komplexeren Strukturen, Wirtschaftlichkeit bei Kleinserien und höhere Flexibilität. Meist sei es aber gar nicht möglich 3D-Druck mit anderen Technologie zu vergleichen, da sich damit Teile realisieren lassen, die anders gar nicht zu produzieren wären.

Neben einer Momentaufnahme des Kaufverhaltens und wo diese Sektoren hinsichtlich der Einführung von additiven Fertigungstechnologien stehen, haben die Erhebungen auch einen Einblick in den weiteren Bedarf an Fortschritt gegeben, an dem es im Moment im Bereich der Fertigung von Kleinserien und maßgeschneiderten Endteilen noch fehlt:

Materialien: Derzeit gibt es noch eine begrenzte Auswahl an Materialen für beide Sektoren. Festigkeit, Haltbarkeit und andere Eigenschaften von Kunststoffen erfüllen nicht die Anforderungen der Industrie. Anwender von Metall-3D-Druckern wünschen sich eine größere Auswahl an verschiedenen Legierungen mit erschwinglichen Preisen.

Hardware: Unternehmen die 3D-Druck für die Produktion einsetzen benötigen schnellere und größere Anlagen um den Fertigungsprozess zu beschleunigen. Verlässlichkeit und Wartung sind außerdem bedeutende Herausforderungen und führen zu einer durchschnittlichen Ausfallszeit von über 25%.

Know-How: Gerade in der Einführungsphase ist die Lernkurve für Unternehmen besonders lang, da es an internem Know-How sowie begrenztem externen Support mangelt. Weiters fehlt es den Firmen oft an ausgebildetem Personal für das Design von Komponenten für die additive Fertigung. Laut der Umfrage sind Mitarbeitertraings- und Beratungsservice gefragt.

Mangel an industriespezifischen Lösungen: Unternehmen haben angegeben, dass Verkäufer often nur wenig Wissen über die Eigenheiten von gewissen Sektoren in des Gesundheitswesen sowie der Luftfahrt haben. Anwender wünschen sich eine nähere Zusammenarbeit mit Verkäufern um industriespezifische Lösungen zu erarbeiten.

Erfüllung gesetzlicher Auflagen: In beiden Sektoren hinken die gesetzlichen Bestimmungen dem Technologiefortschritt hinterher. Dies könnte eine weitere große Hürde bei der Einführung sein.

Mario Lombardo, Senior Consultant bei IDC kommentiert:

„3D printing technology has come a long way in recent years. It has transitioned from exclusive use in rapid prototyping to meeting the requirements of finished part production. In order to further drive this industry, 3D print vendors face a number of challenges. Some of these challenges, such as device speed and reliability and material properties, will no doubt be overcome in time thanks to general technology advancements. Other challenges, such as lack of knowledge, lack of industry-specific solutions, and regulatory compliance, will require vendors to actively support customers and also work jointly within industry pressure groups to facilitate adoption.“

Die Ergebnisse der Umfrage wurden in zwei Berichten von IDC analysiert:Western Europe 3D Printer Aerospace End-User Study, 2017 (IDC #EMEA42241717, Februar 2017) und Western Europe 3D Printer Healthcare End-User Study, 2017 (in Kürze erscheinend).