Home Praxis & Maker Review: Wir testen den neuen PrusaSlicer 2.0

Review: Wir testen den neuen PrusaSlicer 2.0

Seit 3 Jahren entwickelt ein Team von Prusa den quelloffenen Slic3r weiter. Ergebnis von immensen Bemühungen in dieser Zeit ist die aktuelle Version des Slicers, die PrusaSlicer 2.0 getauft wurde. Wir haben die neue Version heruntergeladen und direkt getestet.

Vor rund 3 Jahren hat Prusa beginnen selbst an dem quelloffenen Slic3r weiterzuentwickeln. In den 3 Jahren wurden dann 61 Versionen hervorgebracht, 5769 Commits getätigt und über 21.000 Stunden an Arbeit investiert. Ergebnis dieser Bemühungen sind zahlreiche nützliche Features und mittlerweile der neue PrusaSlicer 2. Wir haben die neue Software heruntergeladen und ihre neuen Funktionen getestet.

Das neue Userinterface

Schon beim ersten Starten von PrusaSlicer 2 fällt auf, da hat sich einiges getan. Das Userinterface wirkt dennoch vertraut. Aber gleichzeitig sind einzelne Elemente auch deutlich moderner und ansprechender gestaltet worden. Viele alte Symbole wurden durch modernere Icons ausgetauscht und eine alternative Benützung mit zahlreichen Shortcuts eingebaut. Wer Shift und ? gleichzeitig drückt erhält auch direkt einen Überblick über die Shortcuts. Für Vielbenutzer wird die Anwendung so deutlich schneller und komfortabler möglich.

Was früher über Moddifier in einem eigene Fenster geregelt wurde ist jetzt zudem direkt möglich. Auch das mach die Bedienbarkeit deutlich besser:

Benutzerdefinierte Supports

Automatische SLA Supports

Schon beim FDM 3D-Druck kommt man immer wieder in die Verlegenheit, Supports manuell platzieren zu wollen. Noch wichtiger ist das jedoch beim SLA (bzw Resin) 3D-Druck. Gerade bei dieser 3D-Druck variante zählen Supports zu einem Muss und können durchaus mal eine kleine Wissenschaft für sich sein. Der neue PrusaSlicer in Version 2.0 unterstütz für solche 3D-Drucker automatische Supports, manuelle Supports und das Anpassen der generierten Supports. Damit bietet er alle Funktionen die andere Slicer in dem Gebiet auch haben.

Doch nicht nur für den SL1 kann der neue Slicer eingesetzt werden, auch für andere SLA 3D-Drucker eignet sich der Slicer. Das ist dadurch gesichert, dass das 3D-Modell mit den Support-Strukturen exportiert werden kann. Anschließend kann man es im „eigenen“ Slicer slicen.

Farbwechsel

Schon früher hatte Prusa eine Möglichkeit geboten um Farben zu wechseln. Dafür wurde jedoch die Website von Prusa benötigt, die G-Code zum Welchse der Farbe eingefügt hat. Diese Funktionalität befindet sich jetzt direkt im der Slicer Software, was sehr praktisch ist. Das funktioniert natürlich auch bei 3D-Druckern die nur einen Extruder / Druckspitze besitzen.

Änderungen im Hintergrund

Neben den Änderungen im Vordergrund wurde die Software aber auch im Hintergrund stark verändert. Ursprünglich wurde Slic3r in der Skriptsprache Perl geschrieben. Perl wird jedoch heute immer mehr von anderen Sprachen verdrängt. Daher hat sich das Entwicklungsteam des ehemaligen Slic3r PE (jetzt PrusaSlicer 2.0) entschieden den Altbestand aus Perl komplett durch C++ zu ersetzen. Dabei wurden alle alten Funktionen wieder implementiert, nur das Drucken über den seriellen Port (USB) und die 2D Toolpath Vorschau wurden geopfert.

Fazit

Der neue Slicer macht in unserem Test durchaus Spaß in der Benutzung. Insgesamt wurde die Bedienung weiter vereinfacht und optisch besser gestaltet. Viele der neuen Funktionen betreffen jedoch vor allem SLA 3D-Drucker. Insgesamt dürften die meisten Veränderungen im Code im Hintergrund geschehen sein. Nur so kann Prusa weiterhin Effizient an der Software weiter arbeiten. Dennoch bleibt die Software auch in Zukunft quelloffen auf GitHub verfügbar. Unterstützt werden auf jeden Fall alle 3D-Drucker ab dem Prusa i3 MK2S.

Link zur Downloadseite von PrusaResearch

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