Home Medizin “Ein strahlendes Lächeln aus dem 3D-Drucker” 3D-Druck in der Medizin #2: Dentalmedizin

“Ein strahlendes Lächeln aus dem 3D-Drucker” 3D-Druck in der Medizin #2: Dentalmedizin

In der Zahnmedizin wird 3D-Druck schon seit einigen Jahren angewendet. Die Forschung in diesem Sektor bringt regelmäßig neue spezialisierte Drucker und Materialien auf den Markt, welche die Dental-Technik revolutionieren.

In den letzten Jahren hat 3D-Druck so einiges in der medizinischen Welt verändert. Wo früher unmengen an Geld und viel Zeit investiert wurde, kann heute mithilfe eines 3D-Drucksystems kostengünstiger, genauer und schneller gearbeitet werden.

Besonders in der Zahnmedizin hat die 3D-Technologie enormen Anklang gefunden. Auf Grundlage eines Kieferscans des Patienten können Kronen, Zahnersätze, Zahnspangen und Bohrvorlagen maßgeschneidert erstellt werden, was eine genaue und bequeme Passform garantiert. Außerdem kann so die Ästhetik der Zähne perfektioniert werden, schneller und billiger als je zuvor. Eine Vielzahl von Geräten und Materialien wurden bereits speziell für die Dental-Anwendungen entwickelt, welche im Folgenden vorgestellt werden.

3D-Drucker:

J700 Dental

Stratasys stellte Ende März diesen Jahres den J700 Dental vor – eine Produktionsmaschine für den Dentalbereich auf Basis des PolyJet Verfahrens. Der 3D-Drucker kann keine Farben verarbeiten jedoch alle wichtigen Materialien für die Zahnmedizin. Damit sollen über 400 transparente Formen für Zahnspangen pro Tag produziert werden können.

ProMaker LD

Auf der diesjährigen Internationalen Dental-Schau (IDS) in Köln präsentierte der Hersteller Prodways seine neue ProMaker LD 3D-Drucker Serie für den Dentalmarkt. Die drei neuen Geräte der LD Serie arbeiten mit MOVINGLight Technologie – ein patentiertes Verfahren ähnlich dem von DLP-Druckern. Mit dem ProMaker LD-45 lassen sich bis zu 38 detailgetreue Zahnbögen pro Stunden herstellen sowie Kronen, Brücken und Aufbissschienen.

DWP-80S DLP

Ein weiterer Dental-3D-Drucker ist der DWP-80S DLP von Roland. Der 3D Drucker besitzt einen Bauraum von 80x80x80mm, welcher von einer Dual Projector Lens mit UV Licht bestrahlt wird und so das Harz aushärtet. Angesteuert wird der DWP-80S über USB und das Gerät verfügt über eine automatische Fehlererkennung der STL3D-Modelle.

Vida cDLM

Am LMT Lab Day 2017 in Chicago stellte der 3D-Drucker Hersteller EnvisionTEC den neusten Zuwachs seiner Vida Serie für den Dentalmarkt vor. Der Vida cDLM ist das zweite Gerät von EnvisionTEC basierend auf der patentierten Continuous Digital Light Manufacturing Technologie nach demMicro Plus cDLM, der seit 2016 auf dem Markt ist. Der 3D-Drucker soll mit einer bis zu 10 mal schnelleren Baugeschwindigkeit als vergleichbare DLP-Drucker arbeiten.

Vida cDLM by EnvisionTEC

DFAB-Drucker

DWS, ein italienischer Hersteller von Stereolithographie 3D-Druckern präsentierte im März ihr neuestes Gerät den DFAB 3D-Drucker. Mittels eines 40-Mikrometer Laser-Strahls (weniger als der Durchmesser eines Haares) kann innerhalb von 20 Minuten ein Zahnersatz ausgedruckt werden, welcher farblich angepasst werden kann. Dafür wird das biokompatible Material Temporis eingesetzt.

Materialien:

Dental SG

2016 brachte Formlabs das Dental SG Kunstharz auf den Markt, das erste biokompatible Kunstharz für den Desktop-3D-Druck. Dental SG ist ein zertifiziertes Material der Klasse 1, das speziell für Anwendungen im Bereich chirurgischer Dentalschablonen entwickelt wurde und für hochpräzise, auf digitalen Scandaten basierende Bohrschablonen für die Implantatchirurgie eingesetzt wird.

Dental Model und Dental LT Clear

2017 stellte Formlabs noch zwei neue Materialien für die Zahntechnik vor: „Dental Model“ ist ein Resin das mit hoher Genauigkeit gedruckt werden kann und für Modelle von Brücken und ähnlichem genutzt werden kann. Das zweite neue Material ist „Dental LT Clear“, damit soll es möglich sein 3D gedruckte Kieferorthopädische Elemente herzustellen.

E-IDB

EnvisionTEC führte auf der internationalen Dentalmesse IDS in Köln sein neustes Material für den 3D-Druck von indirekten Bonding Trays vor.
Das E-IDB-Material ermöglicht den 3D-Druck von passgenauen und flexiblen patientenspezifischen Trays für das schnelle und präzise Anbringen von kieferorthopädischen Brackets bei Zahnspangen. Laut EnvisionTEC lassen sich am Vida 3D-Drucker insgesamt vier dieser Trays aus dem neuen Material in nur 45 Minuten anfertigen. Außerdem ist keinerlei Nachbearbeitung dafür nötig. 

Der REPLICATE Tooth- ein Beispiel für innovativen, zukunftsorientierten Zahnersatz:

Die Firma Natural Dental Implants (NDI) hat bereits im Jahr 2006 ein Patent für seine innovative REPLICATE Zahnanlage eingereicht, die mit 5-Achsen CNC-Fräsen hergestellt wurde. Im Rahmen der International Dental Show 2017 in Köln, stellte NDI ihren neuen REPLICATE Tooth vor, der aus einem Titan-Wurzelbereich und einem Zirkonoxid-Abutment-Segment besteht. Sobald der Zahn richtig implantiert ist, ist das künstliche Modell so konzipiert, dass es durch einen Prozess der Osseointegration stark ins Zahnfleisch eingebettet wird.

Das Patentportfolio der Firma umfasst periointegrative Implementierungen, verschiedene Oberflächenverbesserungen, CAD / CAM-Systeme und Fertigungstechnologien, die in Rapid Prototyping-Methoden und 3D-Druck eingesetzt werden.

Mithilfe von 3D-Druck,  spezialisierten Kunstharzen und anderen Materialien, lässt sich das “perfekte Lächeln” nun sowohl kostengünstig als auch schnell herstellen. Wir sind gespannt auf zukünftige Entwicklungen in der Dentalmedizin.

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