14 Jahre Haft wegen 3D-gedruckten Cosplay-Waffen

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Der Australier Sichen Sun wurde für den 3D-Druck von Feuerwaffen-Replikas, welche er für Cosplay-Zwecke nutzte, nun zu 14 Jahren Haft verurteilt. Zu den Anklangen zählen der Besitz einer nicht autorisierten Schusswaffe, die Herstellung einer solchen ohne Lizenz sowie der Verkauf der Waffen.

Während die US-Debatte, ob 3D-gedruckte Waffen nun gesetzlich zugelassen werden sollen oder nicht, momentan große Wellen schlägt, hat Australien in Bezug auf dieses Thema eine recht klare Gesetzeslage. Dies spürte im vergangenen Jahr auch der Australier Sichen Sun. Der in New South Wales ansässige Cosplayer stellte Feuerwaffen-Replikas unter Verwendung von 3D-Drucktechnologien her, um diese auf einer Cosplay-Veranstaltung zu präsentieren. Dies muss Sun nun mit einer Gefängnisstrafe von 14 Jahren büßen.

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© Facebook / Sichen Sun

Der Besitz sowie Handel mit Feuerwaffen ist natürlich kein Thema, welches man auf die leichte Schulter nehmen sollte. Ob das nun verkündete Urteil im Ausmaß von 14 Jahren Haftstrafe im Falle von Sichen Sun allerdings berechtigt ist, lässt sich hinterfragen. Denn der Australier 3D-druckte keine funktionierenden Schusswaffen, lediglich Replikas, welche er als Kostümrequisite nutzen wollte.

Diese 3D-gedruckten Requisiten endeten für Sun schließlich in sechs verschiedenen Anklagepunkten, darunter der Besitz einer nicht autorisierten Schusswaffe, die Herstellung einer solchen ohne Lizenz sowie der Verkauf seiner 3D-Waffen. Bei diesen Waffen handelt es sich um eine „MA5C“ aus dem Spiel Halo sowie um eine „P90“ Maschinenpistole aus Stargate. Die Tatsache, dass es sich bei diesen ausschließlich um nicht-funktionale Replikas handelte und nicht um einsatzbereite Feuerwaffen, spielte für das australische Gericht jedoch keine Rolle, denn Sun war die erste Person in Australien, welche digitale Blaupausen für eine 3D-gedruckte Feuerwaffe besaß.

Der Besitz sowie die Verwendung dieser Blaupausen reichten dem australischen Gericht, um Sichen Sun zu 14 Jahren Haft zu verurteilen. Gefunden hatte der 28-Jährige die Waffen-Dateien auf MyMiniFactory. Nachdem er die Waffen schlussendlich 3D-gedruckt hatte, bot Sun eine dieser Waffen in einer privaten Facebook-Gruppe um 1 Million Dollar zum Verkauf an. Hier betonte der Cosplayer jedoch, die Waffe nicht wirklich verkaufen zu wollen, lediglich wollte er Anerkennung für seine Arbeit.

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©New South Wales Polizei / 3D gedruckte Requisiten-Waffen aus Suns Haus.

„Jeder Handwerker möchte, dass seine Arbeit anerkannt wird“, sagte er. „Spätestens 2020 erkenne ich, wie albern, idiotisch, dumm und naiv meine Aktionen waren.“

Die Tatsache, dass diese 3D-gedruckten Waffen gegen das Gesetz verstoßen, war Sichen Sun nicht bewusst:

„Ich habe nicht gedacht, dass es sich um echte Pistolen handelt. Diese sollten nie mehr als Kostümrequisiten sein.“

Weiters betont Sun wiederholt, dass es nie “irgendeine Absicht gab, [die Requisiten] zu funktionellen Waffen zu machen.”

Gute Absichten sind in Bezug auf Anklagen jedoch irrelevant. Ende diesen Monats muss sich Sun nun seiner Haftstrafe stellen. Bevor er dies jedoch tut, verbreitet der Cosplayer jedoch die Nachricht über die Gefahren von 3D-gedruckten Waffen – ob nun “zum Spaß” oder ernsthaft.

„Ich möchte nicht, dass jemand durchmacht, was ich in den letzten 18 Monaten erlebt habe“, kommentiert er.

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