Micron3DP hat Durchbruch mit 3D-Druck von Glas erzielt – Update

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Das israelische Unternehmen Micron3DP gab erste Erfolge im 3D-Druck von Glas bekannt.

23. Juni 2015 – Micron3DP hat bereits mehrere Extruder und Hotends auf den Markt gebracht, zuletzt die „All-Metall“ Cobra Extruder Serie mit einer maximalen Temperatur von 400°C. Damit lassen sich auch Spezial-Filamente wie unter anderem Carbonfaser Verbundwerkstoffe oder flexibles Filament verarbeiten.

Nach monatelanger Arbeit hat das Micron3DP Research & Development Team nun erste Bilder von Versuchen mit 3D-Druck von Glas veröffentlicht. Dabei wurde angeblich „weiches“ Glas mit einer Temperatur von 850°C sowie flüssiges Glas mit einer Schmelztemperatur von 1640°C gedruckt. Das dafür verwendete Borosilikatglas ist ein äußerst temperatur- sowie chemikalienbeständiges Glas, das hauptsächlich für gläserne Objekte im Labor und Haushalt verarbeitet wird.

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Sollte sich diese Methode als erfolgversprechend herausstellen, würden sie etliche Anwendungen in Industrie, Medizin, Luft- und Raumfahrt etc. finden. Derzeit sucht das Unternehmen nach strategischen Investoren.

micron3DP_glass2_glas_3d_druck_3d_printingEin zumindest optisch dem Glas ähnliches Material hat Formfutura mit seinem HDglass Filament vor Kurzem auf den Markt gebracht.

 

22. Dezember 2016 – Update: Aktueller Stand

In mehr als einem Jahr, seit unserem letzten Bericht, hat sich viel Getan bei Micron3DP. Die Technik Glas additiv zu fertigen wurde weiter ausgereift. Dies kann man auch an den aktuellen Ergebnissen sehen.

Zusätzlich hat das Unternehmen aus Israel es geschafft simple, mehrfarbige Elemente herzustellen. Über die genaue Technik, wie beispielsweise das Schmelzen von Borosilikatglas funktioniert, hält sich das Unternehmen aus Israel bedeckt.

Anders als das Projekt von Neri Oxman und dem MIT extrutiert das Team von Micron3DP sehr feine Details und kann so fragile Objekte herstellen. Die Additive Fertigung von Glas könnte viele Labors einen Schritt nach vorne bringen. Die Designfreiheit ermöglicht es komplexe Gefäße oder Flaschen mit integrierten Kanälen zu fertigen. Ob die gerippte Oberfläche der extrutierten Objekte von Vor- oder Nachteil in Labors ist bleibt aber noch offen.

 

14. März 2017 – Update: Blick ins Innere

Der Hersteller zeigt in neuen Videos wie der Druckprozess abläuft. Dabei gibt es wenig Überraschungen. Der Prozess verläuft sehr ähnlich wie bei der FDM Technologie jedoch mit viel höheren Temperaturen. Diese sollen bei dem Druckkopf mehr als 1000°C betragen. Zusätzlich ist der Bauraum beheizt.

Der Hersteller verkündet weiters, dass der 3D Drucker (oberhalb abgebildet) so weit entwickelt ist, dass er bereits auf der Formnext 2017 vorgestellt werden kann. Mehrere Prototypen werden bereits bei Beta-Testern aus der Glasindustrie getestet. Bis Herbst sollen alle Rückmeldungen eingearbeitet werden.

Glas 3D Druck Prozess in bewegten Bildern: