Museum Manacor: 3D gedruckte Repliken um Gästen Geschichte näher zu bringen

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Wer kennt das nicht, man ist in einem Museum und sieht ein Ausstellungstück und würde dieses gerne berühren, aber überall steht „Bitte nicht anfassen“. Oft sind die Objekte auch hinter Glasscheiben versteckt und man kann sie nur schlecht sehen. Das Manacor Museum in Spanien möchte Geschichte zum Anfassen entwickeln und setzt dafür auf 3D gedruckte Nachbauten von historischen Gegenständen.

Das Manacor Museum ist selbst ein Teil der spanischen Geschichte, denn es befindet sich in einem über 600 Jahren alten Gebäude. Begonnen hat es 1908 als archäologisches Museum und hat sich bis heute zu einem historischen Museum weiterentwickelt. Viele der Objekte sind Gebrauchsgegenstände die angefasst werden möchten, was aber nicht möglich ist, weil sie dadurch zerstört werden. Um den Besuchern doch die Möglichkeit zu geben, hat sich das Museum entschieden eine kleine Auflage von 12 Replikas zu erzeugen.

Drucken alleine reicht nicht aus

Diese 3D gedruckten Kopien müssen sehr genau gefertigt werden um Details wie Verzierungen auch abbilden zu können. Dafür muss der Drucker Schichtstärken von nur 50 Mikrometer erzeugen können. Bevor die Nachbildungen erzeugt werden können, muss das Objekt digitalisiert werden, dafür wurde das Fotogrammetrie Verfahren von Néstor F. Marqués verwendet. Bei diesem Verfahren werden viele Fotos von einem Objekt gemacht und digital durch eine Software zu einem dreidimensionalen Gegenstand zusammengefügt. Wichtig ist es, genügend Daten zu besitzen und das Objekt von allen Seiten zu fotografieren.

Die gedruckten Gegenstände sehen den Originalen nach dem Druck bereits sehr ähnlich, aber durch die Nachbearbeitung wie schleifen und anmalen, von den Experten Margalida Munar und Bernat Burgaya, sind sie kaum mehr vom Original zu unterscheiden. Man hat sich dafür entschieden, die Kopien in der selben Größe wie das Objekt herzustellen um dem Besucher ein möglichst detailgetreues Erlebnis zu liefern. Vor allem sehbehinderte Menschen wird durch diesen Aufwand die Möglichkeit gegeben sich historische Gegenstände besser vorzustellen.

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3D gedruckte Büste des Gottes Bacchus

Die Ausstellung der kopierten Gegenstände ist noch bis zum 15. Juli im Museum, soll aber danach weiterhin als zu berührendes Ausstellungsstück dienen. Immer mehr Museen greifen auf additiv gefertigte Replikas zurück um die Originale zu schützen und den Besucher ein hautnahes Erlebnis zu liefern.

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