Schmierfreie 3D-gedruckte Kettenräder

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Das metallische Kettenrad eines Elektro-Fahrrads war Lars Hartmann zu laut. Um ein flüsterleises Fahren zu ermöglichen, hat der Tüftler nach einer Alternative gesucht. Fündig wurde er beim 3D-Druck Service von Igus.

Igus ist ein bekannter Hersteller von Hochleistungslagern aus Kunststoffen. Immer öfter werden solche schmierfreien Lager auch in 3D-Druckern eingebaut. Dadurch hat das Unternehmen auch Interesse an 3D-Druck entwickelt. Gefolgt sind dann einige Druckmaterialien und ein Druckservice für besondere Bauteile.

Zurück zum Elektro-Fahrrad: Da die standardmäßig verbauten Metall-Ritzel hohe Abrollgeräusche an der Kette erzeugen hat ich Lars Hartmann nach Alternativen gesucht. Kurzerhand hat er sich dazu entschieden, das entsprechende Ritzel in einer CADSoftware nachzuahmen. Die CAD-Daten hat er anschließend an Igus geschickt. Der Konzern hat das Ritzel dann aus Igludur I3 3D-gedruckt.

Der Standard-Ritzel aus Metall erzeugte hohe Laufgeräusche. Ich habe ihn abgezeichnet und bei igus aus iglidur I3 drucken lassen

Das eingesetzte Material bietet sich zum Einsatz in der Industrie und in Kleinserien an. Mechanisch überzeugt das Material mit guten Verschleißwerten und hoher Festigkeit. Verarbeitet wird es mit selektivem Lasersintern.

Der Weg zum Teil war einfach und schnell. Mit dem 3D-Druckservice konnten die entsprechenden Daten als STEP Datei hochgeladen, das Material ausgewählt und die gewünschte Menge bestellt werden.

Neben Materialien zum Lasersintern werden auch Filamente für FDM 3D-Druck angeboten. Diese sind geeignet für Sondermaschinenbau, Vorrichtungsbau, komplexe Verschleißteile und zahlreiche weitere Anwendungen. 250 Gramm kosten (je nach Material) bis zu 34,62 Euro. Auf der Website von Igus kann aber auch ein kostenloses Muster angefordert werden.