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Elegoo Mars Pro Review – Elegoo’s Bestseller geht in die zweite Runde

Seit 2017 bietet Elegoo mit dem Mars einen hochauflösenden LCD-SLA-Drucker der in unserem Test 2019 mit einem sehr guten Preis-/Leistungsverhältnis überzeugte. Nun bringt Elegoo mit dem Mars Pro eine zweite Version des Bestsellers auf den Markt, den wir nun ebenfalls genauer unter die Lupe nehmen.

Wir erhalten das Testgerät etwas später als erwartet, da die Verfügbarkeit in vielen Onlineshops noch limitiert ist. Ob dies der aktuellen COVID-19 Krise oder der hohen Nachfrage verschuldet ist, können wir nicht beurteilen. Lieferengpässe waren jedoch auch schon beim beliebten Vorgänger aufgrund der hohen Nachfrage nicht unüblich. Jetzt, einige Tage später, scheint die Verfügbarkeit wieder sehr gut zu sein. Der Elegoo Mars Pro zeigt sich kaum teurer als sein „Vorgänger“, der aktuell ebenfalls weiterhin erhältlich ist. Ob der Mars Pro langfristig die Ursprungsversion ersetzen oder parallel als Pro-Version geführt wird, bleibt abzuwarten. Wir tippen jedoch auf Ersteres.

Verpackung und Lieferumfang

Das Gerät kommt wie auch bereits sein Vorgänger sicher und kompakt verpackt in unserer Redaktion an. Auf den ersten Blick unterscheidet sich sowohl die Verpackung als auch das Gerät kaum von seinem Vorgänger. Das ist kein Nachteil, da uns das Design bereits beim Vorgänger sehr gut gefallen hat. Im Lieferumfang findet man neben dem Drucker, der zugehörigen Abdeckhaube, der Druckplattform und dem Harz-Behälter nun auch eine zusätzliche Gummidichtung. Der restliche Lieferumfang wie die Gebrauchsanleitung, Masken, Filter, ein 2 GB USB Stick, eine Spachtel und ein kleines Werkzeug Set bestehend aus zwei Stiftschlüssel und einer Zange bleibt ident.

Lieferumfang Elegoo Mars Pro

Lieferumfang
1x Drucker (1x Bauplattform, 1x Fotopolymer Harz-Behälter mit lichtdurchlässigem Boden, 1x Lichtschutzabdeckung, 1x Gummidichtung)
1x Schnellstarthandbuch (Englisch)
1x Werkzeug Set (1x Kunststoffspachtel, 1x Zange, 2x Stiftschlüssel)
1x 2 GB USB Stick mit gespeicherter Software und Testobjekten
1x 100ml Messbecher
6x Latexhandschuhe
2x Gesichtsschutzmaske
10x Harzfilter für die Wiederverwendung des nicht gehärteten Harzes
1x EU-Netzteil mit Kabel
Reserveschrauben

Benötigtes Zubehör

Zum Drucken wird darüber hinaus noch ein Harz-Material, und abgesehen man verwendet nur die wasserlöslichen („water washable“) Fotopolymer auch ein >95% Ethyl- oder Isopropyl- Alkohol, ein wasserdichter Behälter zum Spülen der Objekte mit Alkohol, Papiertaschentücher sowie idealerweise eine passende externe UV-Lichtquelle zum Nachhärten, die im Lieferumfang nicht enthalten sind.

Gerätedaten

Auch die Pro Version verwendet wie sein Vorgänger ein hochauflösendes LCD-Display (2560*1440), um einen gesamten Layer („Masking“) aus einem lichtempfindlichen flüssigen Harz („Resin“) zu härten. Derartige Stereolithografie (SLA) Verfahren erzielen im Vergleich zu anderen Verfahren, wie beispielsweise FDM, deutlich höhere Druckauflösungen. Nachteilig sind jedoch eine aufwendigere Materialhandhabung sowie etwas höhere Materialkosten.

Technische Daten

Software ChiTu, ChiTu DLP Slicer
Display 3,5 Zoll Touchscreen
Anschluss USB
Bauraumgröße 11,5 x 6,5 x 15 cm
Auflösung X,Y 0.047mm (2560*1440)
Auflösung Z 0,00125mm
Layer-Höhe 0.01-0,2mm
Druckgeschwindigkeit 22.5mm/h
Gerätegröße 20 x 20 x 41 cm
Gewicht 7,5kg
Energiezufuhr 110-220V 55/60Hz, 12V6A 72W Netzteil

Unterschiede und Verbesserungen

Der Bauraum wird mit 11,5 x 6,5 x 15 mm geringfügig kleiner, was wir jedoch als irrelevant erachten. Wie der Vorgänger wird das Gerät weiterhin mit der Software ChiTuBox ausgeliefert, jedoch wird nun ein generisches „.ctb“ Datenformat verwendet, dass die Speichergröße von Modellen auf bis zu 25% reduzieren soll.

Bei den schriftlichen Leistungsdaten wie Druckauflösung, Geschwindigkeit und Wellenlänge ändern sich zumindest am Datenblatt nichts, dort ist nur das um 2,5 kg deutlich höhere Gewicht sowie das leistungsstärkere Netzteil ablesbar.

Am Gerät selbst fällt zuerst das kleine P neben dem Logo ins Auge sowie die überarbeitete Unterseite Druckplattform. Diese verfügt nun über einen silberfarbigen glänzenden Boden, der die Haftung verbessern soll. Auch der USB Anschluss ist beim Pro Modell von hinten nach vorne gewandert, was wesentlich benutzerfreundlicher, jedoch bei gesteckten USB Stick auch weniger ästhetisch wirkt. Eine zusätzliche Gummidichtung um den unteren Rand des Lichtschutz-Covers soll Gerüche und schädliche Dämpfe reduzieren. Wichtiger ist dabei jedenfalls der neue Carbonfilter in der Lüftung, der auch tatsächlichen Wirkung zeigt. Beim genaueren Betrachten fallen zusätzlich noch der etwas größere Harz-Tank ins Auge, der nun 100 ml mehr Fotopolymer fassen kann und trotzdem um 100 g leichter geworden ist. Außerdem verfügt der Harz-Behälter nun auch über eine Markierung, die das maximale Füllvolumen anzeigt. Zusätzlich zeigen sich am Druckbett neue M6 Schrauben.

Lieferumfang Elegoo Mars versus Mars Pro
Lieferumfang Elegoo Mars versus Mars Pro
Elegoo Mars Pro Logo und USB Anschluss
Elegoo Mars Pro Logo und USB Anschluss
Elegoo Mars Pro Logo und USB Anschluss
Elegoo Mars Pro Logo und USB Anschluss
Schrauben Elegoo Mars versus Mars Pro
Schrauben Elegoo Mars versus Mars Pro
Harz Behälter des Elegoo Mars
Harz Behälter des Elegoo Mars
Harz Behälter des Elegoo Mars Pro
Harz Behälter des Elegoo Mars Pro

Die z-Achse wird nun durch eine MGN15 Linearführung bewegt der die Stabilität steigern und Lautstärke verringern soll. Die Linearführung verursacht eine geringfügig geringere Bewegungsgeschwindigkeit, die während des Drucks aber praktisch nicht ins Gewicht fällt. Lediglich beim kompletten Hoch-/Runterfahren der z-Achse (z.B. beim Kalibrieren oder nach dem Druck) kann man einen Unterschied bemerken. Die relevanteste Änderung des Pro Modells sieht man jedoch nicht von außen. Es handelt sich dabei um das neue Array aus 28 UV LEDs. Dieses leistungsfähigere LED System soll die Belichtungszeit bei bestimmten Materialien um etwa 25 % reduzieren können, was sich aber – vermutlich wegen der Materialeinschränkung nicht aus den schriftlichen technischen Spezifikationen ablesen lässt. Ebenfalls soll die symmetrischere Anordnung der Lichtquellen ein konsistenteres Druckergebnis liefern. Zusammen mit dem Kohlefilter sind die beiden Neuerungen für uns die wesentlichsten Verbesserungen.

Verbesserungen

  • Bessere Benutzerfreundlichkeit und Handhabung durch die Frontplatzierung des USB Anschlusses,
  • den vergrößerte Handschrauben zur Bettnivellierung
  • sowie des vergrößerten Harz-Behälters.
  • Technische Verbesserungen wie das verbesserte LED-Systems das (materialabhängig) einen schnelleren Druck ermöglichen soll,
  • eine Gummidichtung und ein Kohlefilter im Lüfter
  • sowie die verbesserte Linearführung.

Fazit

Beim Elegoo Mars Pro handelt es sich nicht um eine komplett neue Entwicklung, sondern um eine verbesserte Version des erfolgreichen Vorgängers. Die zuerst geringfügig anmutenden Verbesserungen sieht man optisch zwar kaum, summieren sich aber durchaus zu einem würdigen Nachfolger auf. Inwieweit diese Erneuerungen für eine verbesserte Druckqualität und Stabilität beitragen, ist fraglich. Wir bemerken in unseren Tests bei diesen Aspekten keine wirklichen Unterschiede zum Vorgänger und stellen auch keine Vor-/Nachteile bei der Haftung an der Druckplattform fest. Was aber jedenfalls positiv auffällt, ist der Kohlefilter, der tatsächlich den Geruch stark reduziert, sowie der leisere Lüfter. Dieser stellt zwar weiterhin das lautstärkste Bauteil am Gerät dar, ist aber vergleichsweise deutlich geräuschärmer als beim Vorgänger. Auch das größere Materialfassungsvermögen des Harz-Behälters, hat sich in unseren Tests als praktisch erwiesen, weil es nun einen länger unbeaufsichtigten Druck ermöglicht.

Obwohl für uns die Verbesserung der restlichen Erneuerungen weniger ins Gewicht fallen, bleibt der Preis des Pro Modells durch seine lediglich geringfügige Erhöhung weiterhin sehr fair. Aufgrund der nur geringen Mehrkosten tendieren wir daher dazu, Erstkunden gleich die neue Pro Version zu empfehlen. Ein Upgrade für bestehenden Mars Kunden ist jedoch aus unserer Sicht nur für die wenigsten Anwender notwendig.

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